Am 23.09.2004 wurde eine Antrag der CDU-Bürgerschaftsfraktion, der eindeutig die Abschaffung von IR-Schulen zum Inhalt hat und statt derer ''Diagnose- und Förderzentren'' (DFZ) schaffen will (inzwischen Integrative Förderzentren (IF) genannt), in der Bürgerschaft abgestimmt. Ausschliesslich durch die Stimmen der CDU-Mehrheit (mit vorher ausgesprochenem Fraktionszwang!) wurde dieser Antrag (trotz vielfältigen Protests betroffener Eltern, Schulen, wissenschaftlicher Begleitung, Gewerkschaften, Verbänden und Vereinen) angenommen.
In diesem Antrag wird behauptet, das die Kostenintensität des IR-Klassen-Modells zu hoch sei, um es auf alle Hamburger Grundschulen ausdehnen zu können. Wir meinen, dass das Modell der ''Grundschule als Förderzentrum'' (GraF, entwickelt noch unter der Leitung von Frau I. Knipper, 2003) Wege aufgezeigt hat, wie eine wohnortnahe Beschulung aller Kinder in der Grundschule ohne Aussonderung finanzierbar ist. Dies setzt allerdings den sukzessiven Abbau der speziellen Förder- und Sprachheilschulen im Primarbereich voraus - ein Ziel, für das sich bundesweit viele Integrationspädagogen einsetzen.
Ausserdem wird (ohne Beleg!) behauptet, das es an IR-Schulen nicht gelungen sei, Kinder mit sonderpädadogischen Förderbereich ausreichend zu fördern. Wir halten diese Behauptung für eine Unverschämtheit und behaupten nicht nur das Gegenteil, sondern darüber hinaus auch, das eine Förderung aller Kinder gemäß ihrem individuellen Entwicklungs- und Leistungsstand nur an einer IR-Schule möglich ist. Die jahrelangen Erfahrungen an unserer Schule sind sicherlich nicht frei von Fehlern, Anlaufschwierigkeiten und Rückschlägen, doch zeigen sie sehr deutlich, das eine IR-Schule, deren Personal sich zur Teamfähigkeit entwickelt hat, das Kenntnisse mit Heterogenität und Binnendifferenzierung erworben hat und sich zu einer Schule als Abbild der Realität bekennt, eben dies leistet.
Durch die Annahme des o.g. Antrages ist die Behörde für Bildung und Sport (BBS) gehalten, ein Umsetzungskonzept zu entwickeln. Aber die Proteste von Eltern, Schulen, Universität, Verbänden und Gewerkschaften haben Wirkung gezeigt. Die politisch Verantwortlichen haben erkannt, dass mehr Zeit zur Ausarbeitung vernünftiger Konzepte notwendig ist. Somit bleibt IR in dieser Legislaturperiode unangetastet und die Förderzentren werden nicht eingerichtet. Das heißt, wenn Sie es möchten, können Sie Ihr Kind weiterhin an einer IR-Schule anmelden und sicher sein, dass es seine gesamte Grundschulzeit in einer IR-Klasse verbringt. Mit binnendifferenziertem Unterricht, sonderpädagogischer Doppelbesetzung und Team-Teaching!
Um aber jetzt einen, im Sinne von IR, möglichst weitreichenden Vorschlag zur Ausdehnung von integrativer Beschulung zu bekommen, bitten wir Sie, sich möglichst intensiv in den Prozess der Konzeptentwicklung einzubringen.
Dazu gibt es folgende Gelegenheiten:
Mehr Infos gibt es auf der Homepage des VIHS (Verband Integration an Hamburger Schulen e.V.).
