alles»könner - Kompetenzen entwickeln
Die Bildungsbehörde hat ein Schulversuchsprogramm (SVP) ausgeschrieben, mit dem einerseits die o.g. Zielsetzungen verfolgt werden und andererseits Unterricht hin zu mehr Individualisierung verändert werden soll.
Die Gremien der Schule Ohrnsweg (Fachkonferenzen, Lehrerkonferenz und Schulkonferenz) haben sich mit den erforderlichen Mehrheiten (bis hin zur Einstimmigkeit) für eine Bewerbung ausgesprochen, diese wurde von der Behörde angenommen. Somit ist die Schule Ohrnsweg für die nächsten fünf Jahre an dem Schulversuch beteiligt.
Seit 13 Jahren ist die Schule Ohrnsweg eine Grundschule mit Integrativen Regelklassen. In den ersten Jahren war der Prozess der Unterrichtsentwicklung gekennzeichnet vom Kompetenztransfer aller an Schule beteiligten Berufsgruppen und der Zusammenarbeit im Team. Immer stärker rückte die Binnendifferenzierung in den Vordergrund, alternative Unterrichtsmethoden wie Lernen an Stationen, Wochenplanarbeit, Projektarbeit und Arbeit an gemeinsam entwickelten Werkstätten wurden ausprobiert und in den Schulalltag integriert.
Trotzdem stieß das Kollegium immer wieder an Grenzen, die Heterogenität der Schülerschaft war und ist sehr groß. Deshalb nahm die Schule am Regionalprojekt - Schulentwicklung im System teil. Hier wurde mit dem gesamten Kollegium an kooperativen Lernformen gearbeitet, die inzwischen Teil unseres Schulprogramms und unseres Schulalltages sind.
Nach Auslaufen des Regionalprojektes verständigte sich das Kollegium der Schule darauf (parallel zu den laufenden Schwerpunkten der ZLV) individualisierende Unterrichtsformen in den Focus der weiteren Schulentwicklung zu nehmen.
Durch die Arbeit mit Kindern mit unterschiedlichen Lernausgangslagen (wobei auch Entwicklungsverzögerungen oder Auffälligkeiten im Verhalten hinzukommen) sowie Kindern, die mit erheblichen Kenntnissen und Fertigkeiten eingeschult werden, ist ein hohes Maß an innerer Differenzierung im Unterricht notwendig, um alle Kinder gerecht zu fördern und zu fordern. Der Umgang mit Heterogenität rückt immer wieder in den Vordergrund, denn miteinander und voneinander lernen bringt Schülerinnen und Schüler auf den Weg des eigenverantwortlichen Lernens. Daneben ist aber auch die individuelle Förderung Bestandteil des Schulprogramms: die Nutzung der Internetplattform ''Antolin'' gehört mit der eigenen Bibliothek zur Förderung der Sprach- und Lesefähigkeit. So hat sich das Kollegium auf den Weg zum Lernbegleiter der Schülerinnen und Schüler gemacht. Die Pädagogen setzen sich mit unterschiedlichen Aneignungswegen und Erkenntnissen der Kinder auseinander und reflektieren diese in Lernstandsgesprächen konstruktiv.
Ein Unterrichtsprozess besteht u.a. darin, Schülern mit Hilfe von kooperativen Lernformen in die Lage zu versetzen, Eigenverantwortung für den Lernprozess wahrzunehmen, selbstständiger zu werden und sich gegenseitig zu unterstützen. Gemeinsam sind komplexe Aufgabenstellungen zu lösen.
Darüber hinaus gibt es seit vielen Jahren an der Schule einen Beschluss der Schulkonferenz, statt Noten Berichtszeugnisse zu erteilen, solange dies möglich ist.
Das Schulversuchsprogramm bietet einerseits die Möglichkeit, alternative Leistungsrückmeldungen zu entwickeln (die Vergabe von Noten mit den ihnen zugrunde liegenden standardisierten Leistungsmessungen ist in einer Klasse mit sehr heterogenem Leistungsvermögen unmöglich). Anderseits entspricht die Hauptzielsetzung der Unterrichtsentwicklung hin zur Individualisierung und Förderung des selbstgesteuerten Lernens mit differenzierten Anforderungen und komplexen Aufgaben genau dem, was an der Schule schon in Ansätzen praktiziert wird und der selbst gewählten Entwicklung entspricht.
Die Schule arbeitet unter dem Leitbild Wir sind eine Schule, die jedem Kind Rechnung trägt. Eben Eine Schule für Alle. Und dies lässt sich nur dann sinnvoll umsetzen, wenn individualisierter Unterricht systematisch entwickelt wird.
Das Kollegium der Schule Ohrnsweg ist bereit, sich den angeführten Fragen mit Unterstützung der wissenschaftlichen Begleitung zu stellen, Antworten zu finden und diese in der Unterrichtspraxis auszuprobieren.
Desweiteren sind wir bereit, mit den integrativ arbeitenden Schulen Grumbrechtstraße, Quellmoor und Lange Striepen einen Schulverbund zu bilden, der durch weitere Schulen vergrößert werden kann. Wir beginnen mit den Jahrgängen drei und vier. Der Versuch soll bei erfolgversprechender Durchführung in den Jahrgängen drei und vier in den kommenden Jahren auf die Jahrgänge eins und zwei ausgedehnt werden.
Inwieweit die Vorschule miteinbezogen werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt, dies wird aber gewünscht.
In dem Verbund der benannten Schulen wird je eine Schule Referenzschule für ein Fach. Für dieses Fach sind die anderen Schulen die Set-Schulen.
Die durch die Referenzschule erarbeiteten Überlegungen zu den Kompetenzen, zum Unterricht und zur Kompetenzmessung werden durch die Fachleitungen in ihre jeweilige Schule getragen und dort auf die vorhandene Schulsituation umgesetzt.
Für die notwendig werdende Unterrichtsreflektion im Kollegium wird die jetzt schon verbindlich durchgeführte Hospitationskultur in Verbindung mit einem Feedbacksystem Anwendung finden.
Durch die Arbeit im Regionalprojekt wurden an der Schule funktionierende Formen der kollegialen Zusammenarbeit gefördert, die durch eine Steuerungsgruppe strukturiert wurden. Mit Auslaufen des Regionalprojektes wurde die Aufgabe der Steuergruppe über die Arbeit mit kooperativen Lernformen hin zu individualisierenden Unterrichtsformen erweitert und diese nun Schulentwicklungsgruppe genannt. Die Gruppe begleitet auch die derzeitige ZLV, sorgt für angemessene Umsetzungsschritte, evaluiert die Ergebnisse und bereitet die Auseinandersetzung mit dem gewählten Schwerpunkt der individualisierten Unterrichtsformen vor und auf.
Dadurch gibt es einen festen Rahmen für einen strukturierten Austausch an der Schule der sich -anders als die allgemeinen Konferenzen- vor allem um Unterrichtsentwicklung dreht und frei ist von schulorganisatorischen Themen. In diesem Zusammenhang finden auch schulinterne Hospitationen und Beratungen statt, wodurch der kollegiale Austausch zusätzlich gefördert wird. Voneinander und miteinander kann das Ziel des kompetenzorientierten und individualisierten Lernens vertieft und unterstützt sowie gemeinsam Unterricht reflektiert werden.
Funktionierende Fachkonferenzen begleiten die Entwicklung inhaltlich.
Die Schule Ohrnsweg betreibt systematische Personalentwicklung, die zu der Lernkultur der Schule passt. Ein Fortbildungskonzept zum Thema ''Gewaltprävention'' fördert die Teamentwicklung am gemeinsamen Ziel eines respektvollen und wertschätzenden Umgangs aller an Schule Beteiligten.
Darüber hinaus beteiligt sich die Schule an der Erhebung der Lernausgangslagen und Lernentwicklungen in integrativen Regelschulen (ELLI), um systematisch die eigene Arbeit zu begleiten sowie deren Erfolge (bzw. Misserfolge) kritisch zu reflektieren. Anhand von standardisierten Verfahren wird der Lernfortschritt der Kinder gemessen und in der Schule ausgewertet. Daraus werden Konsequenzen für die weitere Unterrichtsarbeit gezogen.
Wie bewerben uns für die Teilnahme in allen angebotenen Fächern: Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und Künste. Alle zuständigen Fachleitungen haben ihre Bereitschaft erklärt, intensiv mitzuarbeiten und für den Bereich Künste würden wir uns als Referenzschule zur Verfügung stellen sowie die Koordinationsaufgaben für alle in unserem Set beteiligten Schulen übernehmen.
Die Schule bzw. die betroffenen Fachkonferenz/en verpflichten sich im Falle einer Teilnahme zu den folgenden Grundbedingungen:
Begleitend muss auch die Lernmittelverordnung thematisiert werden! Ist diese überhaupt zu erfüllen, wenn individualisiert gearbeitet wird?
Darüber hinaus ist schon jetzt eine intensive Zusammenarbeit mit den Schulen Grumbrechtstraße, Lange Striepen und Quellmoor vereinbart. Der Informationsaustausch für eine gemeinsame Strategieentwicklung hat sich schon in der Vergangenheit bewährt. Mit diesen Schulen wurde vereinbart, dass die Setkoordination für einzelne Fächer gerne übernommen wird. Die Schule Ohrnsweg möchte die Setkoordination für den Bereich Künste übernehmen.
Die Fachkonferenz Englisch würde sich ebenfalls gerne an der Erarbeitung gemäß SVP beteiligen, dies ist aber offiziell nur für die Sekundarstufe 1 vorgesehen.
