Stellungnahme des Elternrats der Schule Ohrnsweg zur geplanten Hamburger Schulreform

Der Elternrat der Schule Ohrnsweg in Neugraben-Fischbek unterstützt nachdrücklich das zentrale Ziel der Hamburger Schulreform, die Einführung der 6-jährigen Primarschule. Die Schule Ohrnsweg ist eine der 24 Hamburger „Starterschulen“, an denen die 5. Klasse der Primarschule schon im Sommer 2010 eingeführt wird. Trotz der Verunsicherung durch die Kampagne der Initiative für ein Volksbegehren gegen die Umsetzung der Schulreform haben sich fast alle Eltern der jetzigen Viertklässler für ein Verbleiben ihrer Kinder an der zukünftigen Primarschule entschieden. Dies ist ein starkes Votum der tatsächlich Betroffenen: Der Eltern von Kindern, die jetzt die Grundschule besuchen, für die Umsetzung der notwendigen Reformen und eine Anerkennung der Arbeit der Lehrer, der Schulleitung und der Eltern für einen erfolgreichen Start der Schulreform.

Die Schule Ohrnsweg ist eine integrative Regelschule, an der schon seit vielen Jahren viele Unterrichtskonzepte, die in der Zukunft an allen Hamburger Primarschulen angewendet werden sollen, erfolgreich praktiziert werden. Dazu zählt der individualisierte Unterricht in häufig sehr heterogen zusammengesetzten Lerngruppen, der Verzicht auf Ziffernzeugnisse und der Unterricht durch Lehrerteams. Die guten Erfahrungen mit diesen Konzepten zeigen für uns als Elternrat, dass die Behauptung der Initiative, es handele sich bei der Schulreform um ein „Experiment auf dem Rücken unserer Kinder“, falsch ist.

Über diese eigenen positiven Erfahrungen hinaus finden wir es wichtig, durch längeres gemeinsames Lernen die soziale Selektion zu verringern, den Anschluss an das Schulniveau anderer Länder, in denen schon lange teilweise noch viel längeres gemeinsames Lernen praktiziert wird, zu erreichen und JEDEM Kind eine möglichst optimale, seinen Fähigkeiten nutzende Schulausbildung zu gewährleisten. Dazu ist diese Reform nach unserer Überzeugung ein geeigneter Weg.

Wir wünschen uns eine zügige Umsetzung der geplanten Reformen und halten die gegenwärtig im Rahmen der Verhandlungen um einen möglichen Kompromiss mit der Initiative gegen die Schulreform diskutierte zeitliche Dehnung der Einführung der Primarschule für falsch. Sie würde für viele weitere Jahre die bestehende soziale Auslese konservieren und insbesondere, wenn ein Elternwahlrecht nur nach Klasse 4 vorgesehen wäre, sogar vergrößern. Dazu käme die vollkommen unnötige Unruhe, die beim Übergang in die 7. Klasse durch die Mischung der Schüler aus den 6 Klassen der Gymnasien und der Primarschulen entstünde.

Hamburg, 03. Februar 2010, Der Elternrat der Schule Ohrnsweg