Das Beratungskonzept

 

1. Beratung an der Grundschule Ohrnsweg
Beratung findet bei uns an der Schule noch nicht gesondert statt. Bisher berät die SonderpädagogIn genauso wie die LehrerIn im Rahmen der Lernentwicklungsgespräche, die Schulleiterin bei Konfliktsituationen, die Schulärztin bei Gesundheitsfragen, sowie MitarbeiterInnen von Rebus in besonders schwierigen Situationen. Auf der Ebene des Personals haben wir seit ein paar Jahren einen Personalrat, der bei Konflikten zwischen Kollegen oder zwischen Schulleitung und Kollegen eingeschaltet werden kann. Durch die Ausbildung zur Beratungslehrerin erweitert eine Kollegin die Kompetenzen des Kollegiums um die erlernten Qualifikationen.

2. Leitbild und Verständnis von Beratung
Orientiert an der Aufgabenbeschreibung der Beratungslehrkraft ist Beratung als ein Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schule zu sehen. Alle Mitglieder des pädagogischen Personals beraten Schüler und Erziehungsberechtigte in Fragen des Unterrichts, der Schullaufbahn und der Erziehung. BeratungslehrerInnen unterstützen diese Aufgabe und werden dann angefordert, wenn Probleme von den unmittelbar Beteiligten nicht mehr gelöst werden können.

Der Zugang zu Beratung soll möglichst niedrigschwellig sein, weshalb es sinnvoll ist, diese Form der Unterstützung in der Schule stattfinden zu lassen, da sie den Kindern, Eltern und PädagogInnen vertraut ist.

Beratung sollte möglichst frühzeitig einsetzen, damit Fronten sich nicht verhärten, Fehlentwicklungen sich nicht verfestigen und kein zu großer Leidensdruck entsteht. Die Beratungslehrerin kann Konfliktgespräche zwischen Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen moderieren, kann aber auch als Ansprechpartnerin für SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen in Einzelfällen zur Verfügung stehen. In dieser Position schafft sie einen Raum ohne Erfüllungszwang, in dem die Ratsuchenden Unterstützung bei der Lösung ihres Problems erfahren. Hierbei gilt es, die Ratsuchenden so zu unterstützen, dass sie selbst Ideen zur Lösungsfindung entwickeln. Bei Bedarf wird für den Ratsuchenden Kontakt zu weiteren Institutionen hergestellt.

Beratung findet immer unter den Prämissen der Allparteilichkeit, der Freiwilligkeit, der Vertraulichkeit und Verschwiegenheit statt. Die Schritte der Beratung werden transparent gemacht, Ziele und zeitliche Rahmen werden vereinbart. Sollte es nötig sein Informationen an Dritte weiterzugeben, wird das im Vorwege mit den Ratsuchenden besprochen und das Einverständnis eingeholt. Die Beratungslehrerin dokumentiert ihre Arbeit und gibt der Schulleitung einmal im Halbjahr einen Überblick über ihre Arbeit.

Diagnostik wird für die Recherche der Arbeit eingesetzt, die Testdiagnostik wird aber auch weiterhin schwerpunktmäßig von den SonderpädagogInnen durchgeführt, so wie es an unserer Schule bislang üblich ist. Die Ergebnisse werden mit ihnen besprochen und fließen in die Arbeit der Beratungslehrkraft ein.

3. Schwerpunkte und Angebote
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt zunächst in der Schulklassen bezogenen Beratung. Hier können Prozesse deutlich gemacht werden, sie können bei der Lösungssuche Unterstützung erfahren und dadurch Konflikten entgegenwirken.

Des Weiteren gibt es in allen Klassen Kinder, die Auffälligkeiten im Verhalten oder in ihrer Entwicklung aufweisen, häufig verbunden mit belasteten Sozialkontakten, aber auch mit Schulangst, Leistungseinbrüchen oder Lernschwierigkeiten, mit Schwierigkeiten im Elternhaus bzw. im Kontakt zwischen Elternhaus und Schule. Hier können außerunterrichtliche Maßnahmen unterstützend angelegt werden, um Kinder zu stabilisieren und die Klassensituation zu entlasten.

Ein dritter Schwerpunkt liegt in der Aufgabe, einen Kontakt zu Eltern von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten außerhalb von Lernentwicklungsgesprächen oder Elternabenden herzustellen, denn es kommt vor, dass diese Eltern sich häufig „schuldig“ fühlen und deshalb nur mit Sorge und schlechtem Gewissen in die Schule kommen. Ein Ziel ist es, dass sich Schule und Eltern als Partner begegnen, wobei jeder der Partner sein Expertentum in den Prozess der Erziehung einfließen lassen kann und sollte.

4. Kooperation mit anderen Beratern der Schule
Die Beratungslehrkraft wird an den Sitzungen der Sonderpädagogen teilnehmen, um in allen Klassen über die Schwierigkeiten informiert zu sein und abzusprechen, welche Kinder aus welchen Gründen übernommen werden sollen / können.
Ergänzend kann sie an den Sitzungen der Jahrgangsteams teilnehmen. Bei Zu- und Abschulungen arbeitet sie als Unterstützung mit der Schulleitung zusammen.

5. Dokumentation
Durch eine Dokumentation der Arbeit weist die Beratungslehrkraft zum einen den Zeitaufwand der geleisteten Arbeit nach, um im folgenden Halbjahr das Zeitkontingent dem tatsächlichen Bedarf anzupassen. Zum anderen erscheint es sinnvoll, über die Dokumentation noch einmal einen Blick auf die Bedürfnisse der Schule zu haben, um in bestimmten Bereichen dann weitere Fortbildungen zu machen bzw. die Arbeit zu evaluieren. Die Dokumentation erfolgt anonymisiert.

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