Das Spiel(e)-Konzept

 

1. Einordnung der Spielidee im Schulprogramm
Ein breites Spiel(e)angebot unterstützt die Leitidee unserer Schule. Unsere Schüler mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen werden durch Spiele auf vielfältige und ganzheitliche Weise, sowie auf unterschiedlichen Niveaus angesprochen. Darum ist es uns wichtig, dass das Spieleangebot sowohl soziale als auch kognitive, sprachliche und motorische Komponenten enthält. Kinder können so je nach ihren Voraussetzungen und Fähigkeiten, ihrer Tagesform und Laune ein für sie jeweils „richtiges“ Spiel wählen.
Spielen wird unserer pädagogischen Zielsetzung des Kooperativen Lernens gerecht. Wir bemühen uns um ein Spieleangebot, bei dem die Kinder in Kleingruppen agieren können. Hierbei treten sie mit anderen Kindern in einen Austausch: Sie müssen Absprachen treffen, Regeln vereinbaren und sich auch daran halten. Sie lernen Spiele von anderen Kindern kennen und zeigen diesen wiederum Spiele, die sie selbst bereits verinnerlicht haben. Sie können entspannt auf Bekanntes zurückgreifen und „in Sicherheit“ spielen oder aber neue Spiele, vielleicht verbunden mit dem Risiko des Verlierens, kennenlernen. So können die Schüler spielerisch ihre Kooperationsfähigkeit und Frustrationstoleranz steigern.
Auch dem Aspekt der Sprachförderung wird die stärkere Einbindung von Spielen in den Unterrichtsalltag gerecht: Im Spiel mit anderen kann nicht „nicht-kommuniziert“ werden. Es werden Regeln erklärt, Spielstände diskutiert, Tipps gegeben und dies alles in einer den Kindern als positiv konnotierten Art und Weise – im Spiel. Dies ist z. B. gerade für schüchterne Kinder, die sich zurückziehen, weil sie z.B. nur einen geringen deutschen Wortschatz haben, eine Erleichterung im Vergleich zum regulären Unterricht.
In der additiven Sprachförderung werden ebenfalls Möglichkeiten für den Einsatz von Spielen genutzt. Hier sind vor allen Dingen solche Spiele angemessen, die Sprechanlässe schaffen. Auch dem Projekt FLY kommt der Spielegedanke entgegen: Im Klassenraum der Vorschul- und ersten, bzw. zweiten Klassen spielen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern. Spielideen und – rituale werden so aus dem schulischen Umfeld in die Familien und damit auch nach Hause gebracht.
Gleichzeitig können auch Spiele anderer Kulturkreise durch die Eltern in der Schule eingebracht werden.

2. Einordnung der Spielidee in das Ganztagskonzept
Da wir seit dem Schuljahr 2013 / 2014 ein Ganztagsangebot nach Rahmenplan anbieten, werden unterrichtliche Inhalte auch in den Nachmittag verlagert. Schule wird damit zu einer Institution, an der die Kinder den größten Teil ihres Tages verbringen. Schule wird so nicht nur zu einem Ort des Lernens, sondern auch des Lebens. Deshalb erhält das Spiel im Rahmen der Ganztagsschule eine wichtige Funktion: Phasen von Konzentration und Entspannung wechseln sich sinnvoll ab und gewährleisten bestmögliche Bildungsmöglichkeiten für die Kinder in unserem Stadtteil. Der Hamburger Schulverein, der auch Kooperationspartner für die ganztägige Betreuung ist, nutzt und vertieft die zur Verfügung stehenden Spielangebote auch in Betreuungszeiten und während der Ferien.

3. Ausgangslage und konzeptionelle Zielvorstellung
Die sich aus unserem Leitbild ergebende Wertschätzung des Spielens findet sich in vielen Strukturen unseres Schulalltags wieder, wie die nachfolgenden Grafiken veranschaulichen.

Seit Schuljahr 2013 / 2014 (Ganztagsschule nach Rahmenplan): 

Spielekonzept

Im Konzept für die Ganztagsschule findet das Spielen durch die Bereitstellung von festen Spielzeiten und-möglichkeiten eine angemessene Berücksichtigung:

Mindestens zweimal pro Tag haben die Kinder die Möglichkeit, die vorhandenen Spiele zu nutzen:

  • In der offenen Eingangsphase
  • Als Bestandteil von Arbeitsphasen, z.B. Stationsläufen, Lernarrangements oder Werkstätten
  • Zur dosierten Entspannung bei Überforderung
  • Während der ersten (Hof-)Pause (30 Minuten) – das gilt nur für Outdoor-Spiele
  • Während der zweiten Pause (30 Minuten) – das gilt für die In- und Outdoor-Spiele
  • In den Kursangeboten

Es gibt regelmäßige Spieltage – wie die Bundesjugendspiele – bei denen auch Lehrer und Eltern aktiv werden. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit der örtlichen Bücherhalle gewährleistet, dass die Kinder auch dort Spiele ausleihen können, die sie bereits aus der Schule kennen.
Eltern und „Paten“ helfen in organisatorischen Dingen (Inventarisierung, …) und bei der Reparatur mit.

Um die Nachhaltigkeit des Spieleangebots zu gewährleisten, sollen sich Sponsoren, wie z.B. der Schulverein, für Unterstützung auch im Ersatzteilbereich einsetzen.

Ausblick
Entspannte Spielsituationen „nutzen“ wir, um aufeinander zuzugehen und Heterogenität für alle fruchtbar zu machen. Dabei gehört die Einbeziehung von Eltern, bzw. des sozialen Umfeldes als eine wesentliche Gelingensbedingung dazu.
Doch neben allen pädagogischen Überlegungen um den möglichen Nutzen des Spiels bleibt doch das spielende Kind der Mittelpunkt. Und das Kind darf auch gerne „einfach nur so“ spielen, Spielen um zu spielen – absolut zweckfrei.

Spielen macht SchuleDamit kommt das Spielen allen Kindern zugute:
Schule macht Spielen!
(Hier verweisen wir auf den Wettbewerb „Spielen macht Schule“, der unser Konzept maßgeblich befördert hat!)

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