Das Regionalprojekt

 

Schulentwicklung im System
Im Dezember 2003 entschied sich das Kollegium der Grundschule Ohrnsweg mit großer Mehrheit für die Teilnahme am Regionalprojekt – Schulentwicklung im System (SiS). Im Laufe von vier Jahren werden sich alle Lehrkräfte gemeinsam an und zu dem selbstgewählten Schwerpunkt „Umgang mit Heterogenität“ fortbilden lassen.Es wurde ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch etabliert, jahrgangsspezifische Zielsetzungen vorgenommen und so ein kontinuierlicher Aufbau von Kompetenzen sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den Schülerinnen und Schülern erzielt. Die Entwicklung wird von Trainern begleitet, die auch bei der Schwerpunktfindung und bei der regionalen Vernetzung mit anderen Schulen unterstützend tätig waren und sind. Der gesamte Prozess wird fortlaufend evaluiert und auch von außerschulischen Experten überprüft.In einem ersten Schritt wurde die sogenannte Steuergruppe (eine Gruppe von Lehrkräften) im April 2004 in Verfahren der Dokumentation und Moderation ebenso fortgebildet wie in Verfahren zur Prozesssteuerung und Schwerpunktfindung. Der eigentliche Schwerpunkt „Umgang mit Heterogenität“ wurde vom Kollegium nach vorheriger Diskussion im Juni 2004 festgelegt und Anfang September „entfaltet“. Hierbei wurde festgestellt, dass für den Umgang mit Heterogenität die Binnendifferenzierung und für die Nutzung von Heterogenität kooperatives Lernen von besonderer Bedeutung sind. Dazu das

Zitat des Tages

Um diese Hilfe zu bekommen, wurde am 21. Oktober 2004 vom Kollegium das erste didaktische Training zum kooperativen Lernen absolviert. Seither werden stufenbezogen einzelne Methoden ausprobiert und es findet über die Erfahrungen ein kollegialer Austausch statt. Es wurden Kriterien festgelegt, anhand derer jederzeit überprüft werden kann, in welchem Entwicklungsbereich sich die Schule befindet und welche Schritte als nächste zu planen bzw. welche Ergebnisse als nächstes zu erreichen sind.

Die im Training erworbenen Kompetenzen fließen nach verbindlichen Absprachen bezogen auf die Jahrgangsstufen unmittelbar in den Unterricht ein und das Kollegium tauscht sich in Gruppen über die gemachten Erfahrungen aus.

Am 13. Januar 2005 folgte das zweite didaktische Training für das Kollegium. Zu Beginn stand wieder ein angeleiteter Austausch über die gemachten Erfahrungen auf dem Programm. Alle KollegInnen haben schon vielfältige Erfahrungen gesammelt. Die Eindrücke waren überall ähnlich. Keine Methode ist ein „Selbstgänger“. Um die Kinder in die Lage zu versetzen, mit den Methoden des kooperativen Lernens zu arbeiten, bedarf es einer ausgesprochen gründlichen Vorbereitung und eines langen pädagogischen Atems. Dazu werden die Lehrkräfte eben auch mit genau den Methoden, die sie selbst hinterher im Unterricht anwenden, geschult. Sind die kooperativen Lernformen aber eingeführt, beherrschen immer mehr Kinder diese sicher, so kommt es zu stärker selbstgesteuerten Lernprozessen bei den Kindern und im Unterricht zu mehr Gelegenheiten für die Lehrkräfte, sich den Kindern individuell zuzuwenden. Zusätzlich zu den bekannten Methoden wurden auch Übungen zur Stärkung der sozialen Kompetenzen bei den Kindern durchgeführt. Aktives Zuhören, sich gegenseitig achten und respektieren, teilen können und vieles mehr sind Fähigkeiten, die Kindern vermittelt werden können. Auch hier hat das Kollegium nach dieser Fortbildung Erfahrungen gesammelt, sich darüber ausgetauscht und reflektiert sowie in weiteren Fortbildungsmodulen die Kenntnisse ausgeweitet.

Inzwischen wurden 7 Trainings zu unterschiedlichen Inhalten absolviert und nach all den positiven Erfahrungen mit den kooperativen Lernformen hat das Kollegium beschlossen, dies zu einem Schwerpunkt des neuen Schulprogramms zu machen. Die Kinder werden über die gesamte Grundschulzeit hinweg in den Methoden geschult und so in die Lage versetzt in Kooperation miteinander sich selbstständig Lerninhalte anzueignen und bisher Gelerntes auf neue Inhalte zu übertragen. Vorbereitungen dazu werden schon in der Vorschulklasse durchgeführt, die Kinder intensiv auf Gruppenarbeit vorbereitet. In der ersten Klasse wird dann damit begonnen, Lerninhalte in „Tandems“ (zu zweit) zu wiederholen, zu kontrollieren, sich anzueignen. Dies wird sukzessive weiter ausgebaut, so dass in der zweiten Klasse verstärkt an Gruppenprozessen gearbeitet werden kann. Diese werden dann in der dritten Klasse vertieft, direkte Funktionen in Gruppenarbeiten vergeben und verbindlich eingefordert. In der vierten Klasse gibt es schließlich Expertengruppen in den Klassen, die Kinder lernen nicht nur mit-, sondern auch voneinander. Darüber hinaus werden in allen Klassenstufen die eigenen Lernfortschritte, die Zusammenarbeit in der Gruppe sowie die Präsentationsergebnisse von und mit den Kindern reflektiert, Schlüsse für die weitere Entwicklung gezogen.

Dadurch, dass auch die weiterführenden Schulen in unserem Bereich (z.B. die Gesamtschule Fischbek und das Gymnasium Süderelbe) diese Lernformen im Unterricht anwenden, sind unsere Schüler besonders gut auf eine erfolgreiche Weiterführung des schulischen Lernprozesses vorbereitet.

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