Moderne Kompetenzmessung

 

alles»könneralles»könner – Kompetenzen entwickeln

  • Wir vermitteln mehr als Wissen.
  • Wir stärken Kinder und Jugendliche, ihr Können auszubauen.
  • Wir motivieren, neue Lernformen auszuprobieren.

Die Behörde für Schule und Berufsausbildung hat ein Schulversuchsprogramm (SVP) ausgeschrieben, mit dem einerseits die o.g. Zielsetzungen verfolgt werden und andererseits Unterricht hin zu mehr Individualisierung verändert werden soll.

Die Gremien der Grundschule Ohrnsweg (Fachkonferenzen, Lehrerkonferenz und Schulkonferenz) haben sich mit den erforderlichen Mehrheiten (bis hin zur Einstimmigkeit) für eine Bewerbung ausgesprochen, diese wurde von der Behörde angenommen. Somit war die Grundschule Ohrnsweg für die ersten fünf Jahre an dem Schulversuch beteiligt.

 
Motivation für die Bewerbung
Seit 1995 ist die Grundschule Ohrnsweg eine Grundschule mit Integrativen Regelklassen. In den ersten Jahren war der Prozess der Unterrichtsentwicklung gekennzeichnet vom Kompetenztransfer aller an Schule beteiligten Berufsgruppen und der Zusammenarbeit im Team. Immer stärker rückte die Binnendifferenzierung in den Vordergrund, alternative Unterrichtsmethoden wie Lernen an Stationen, Wochenplanarbeit, Projektarbeit und Arbeit an gemeinsam entwickelten Werkstätten wurden ausprobiert und in den Schulalltag integriert.

Trotzdem stieß das Kollegium immer wieder an Grenzen, die Heterogenität der Schülerschaft war und ist sehr groß. Deshalb nahm die Schule am Regionalprojekt – Schulentwicklung im System teil. Hier wurde mit dem gesamten Kollegium an kooperativen Lernformen gearbeitet, die inzwischen Teil unseres Schulprogramms und unseres Schulalltages sind.

Nach Auslaufen des Regionalprojektes verständigte sich das Kollegium der Schule darauf (parallel zu den laufenden Schwerpunkten der Ziel- und Leistungsvereinbarungen) individualisierende Unterrichtsformen in den Focus der weiteren Schulentwicklung zu nehmen.

Durch die Arbeit mit Kindern mit unterschiedlichen Lernausgangslagen (wobei auch Entwicklungsverzögerungen oder Auffälligkeiten im Verhalten hinzukommen) sowie Kindern, die mit erheblichen Kenntnissen und Fertigkeiten eingeschult werden, ist ein hohes Maß an innerer Differenzierung im Unterricht notwendig, um alle Kinder gerecht zu fördern und zu fordern. Der Umgang mit Heterogenität rückt immer wieder in den Vordergrund, denn miteinander und voneinander lernen bringt Schülerinnen und Schüler auf den Weg des eigenverantwortlichen Lernens. Daneben ist aber auch die individuelle Förderung Bestandteil des Schulprogramms: die Nutzung der Internetplattform „Antolin“ gehört mit der eigenen Bibliothek zur Förderung der Sprach- und Lesefähigkeit. So hat sich das Kollegium auf den Weg zum Lernbegleiter der Schülerinnen und Schüler gemacht. Die Pädagogen setzen sich mit unterschiedlichen Aneignungswegen und Erkenntnissen der Kinder auseinander und reflektieren diese in Lernstandsgesprächen konstruktiv.

Ein Unterrichtsprozess besteht u.a. darin, Schüler mit Hilfe von kooperativen Lernformen in die Lage zu versetzen, Eigenverantwortung für den Lernprozess wahrzunehmen, selbstständiger zu werden und sich gegenseitig zu unterstützen. Gemeinsam sind komplexe Aufgabenstellungen zu lösen.

Das Schulversuchsprogramm bietet einerseits die Möglichkeit, alternative Leistungsrückmeldungen zu entwickeln (die Vergabe von Noten mit den ihnen zugrunde liegenden standardisierten Leistungsmessungen ist in einer Klasse mit sehr heterogenem Leistungsvermögen unmöglich). Anderseits entspricht die Hauptzielsetzung der Unterrichtsentwicklung hin zur Individualisierung und Förderung des selbstgesteuerten Lernens mit differenzierten Anforderungen und komplexen Aufgaben genau dem, was an der Schule schon in Ansätzen praktiziert wird und der selbst gewählten Entwicklung entspricht.

Die Schule arbeitet unter dem Leitbild Wir sind eine Schule, die jedem Kind Rechnung trägt. Eben Eine Schule für Alle. Und dies lässt sich nur dann sinnvoll umsetzen, wenn individualisierter Unterricht systematisch entwickelt wird.

Das Kollegium der Grundschule Ohrnsweg war bereit, sich den angeführten Fragen mit Unterstützung der wissenschaftlichen Begleitung zu stellen, Antworten zu finden und diese in der Unterrichtspraxis auszuprobieren.

Für die notwendig gewordene Unterrichtsreflektion im Kollegium findet die verbindlich durchgeführte Hospitationskultur in Verbindung mit einem Feedbacksystem Anwendung.

 
Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulversuch 
Durch die Arbeit im Regionalprojekt wurden an der Schule funktionierende Formen der kollegialen Zusammenarbeit gefördert, die durch eine Steuergruppe strukturiert wurden. Mit Auslaufen des Regionalprojektes wurde die Aufgabe der Steuergruppe über die Arbeit mit kooperativen Lernformen hin zu individualisierenden Unterrichtsformen erweitert und diese nun Schulentwicklungsgruppe genannt. Die Gruppe begleitet auch die ZLVs, sorgt für angemessene Umsetzungsschritte, evaluiert die Ergebnisse und bereitet die Auseinandersetzung mit dem gewählten Schwerpunkt der individualisierten Unterrichtsformen vor und auf.

Dadurch gibt es einen festen Rahmen für einen strukturierten Austausch an der Schule der sich -anders als die allgemeinen Konferenzen- vor allem um Unterrichtsentwicklung dreht und frei ist von schulorganisatorischen Themen. In diesem Zusammenhang finden auch schulinterne Hospitationen und Beratungen statt, wodurch der kollegiale Austausch zusätzlich gefördert wird. Voneinander und miteinander kann das Ziel des kompetenzorientierten und individualisierten Lernens vertieft und unterstützt sowie gemeinsam Unterricht reflektiert werden.

Funktionierende Fachkonferenzen begleiten die Entwicklung inhaltlich.

Die Grundschule Ohrnsweg betreibt systematische Personalentwicklung, die zu der Lernkultur der Schule passt.

 
Verpflichtungserklärung
Die Schule bzw. die betroffenen Fachkonferenzen verpflichten sich zu den folgenden Grundbedingungen:

  • inhaltliche Bindung an die Ziele des Schulversuchsprogramms und an die fachdidaktischen Vorgaben,
  • Aufstellen eines verbindlichen Zeit- und Arbeitsplans und Festlegung einer verbindlichen Struktur, die die Kommunikation und die Zusammenarbeit der beteiligten Fachgruppen bzw. -konferenzen regelt,
  • schriftliche Zielvereinbarungen hinsichtlich der zu entwickelnden „Produkte“, Entwicklungsprozesse, Reflexion und Evaluation,
  • Arbeitsvereinbarungen zur kooperativen Qualitätsentwicklung im Schulset und zur Zusammenarbeit mit dem Koordinator,
  • Dokumentation, Auswertung und (interne) Evaluation der umgesetzten Unterrichtsinnovationen sowie Erarbeitung von weiterführenden Vorschlägen,
  • Mitarbeit auf der übergeordneten Ebene (Übernahme von Organisations- und Dokumentationsaufgaben, Sicherstellung des Austausches),
  • Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Leitung und den fachdidaktischen ExpertIn­nen,
  • Beteiligung an den externen Evaluationsverfahren.

Folgeversuch von alles»könner (bzw. „Komdiff„)

Seit vielen Jahren gibt es an der Schule einen Beschluss der Schulkonferenz, statt Noten Berichtszeugnisse zu erteilen, solange dies möglich ist. Um diesen Beschluss konsequent zu verfolgen, hat sich die Grundschule Ohrnsweg dafür ausgesprochen, an dem alles»könner – Folgeversuch zur Entwicklung von Qualitätsstandards für Zeugnisse teilzunehmen. Diese Teilnahme an der Entwicklung von qualifizierten Rückmeldeformaten hat zum Ziel, bis zum Schuljahr 2016 / 2017 konkrete Ergebnisse vorzulegen, die die notwendigen Qualitätsstandards für ein gutes Zeugnis erfüllen und gleichzeitig die begonnenen Anstrengungen für die Ausarbeitung von Rückmeldeformaten speziell an der Grundschule Ohrnsweg stringent fortführen.

Und außerdem:
Begleitend muss auch die Lernmittelverordnung thematisiert werden! Ist diese überhaupt zu erfüllen, wenn individualisiert gearbeitet wird?

 
Im Jahr 2016 wird der Schulversuch beendet sein, wir freuen uns, zu den Teilnehmern zu gehören und wünschen uns und vor allem den Kindern viel Erfolg!

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