Jun 062012
 

Venusdurchgang

Es gibt Ereignisse die sind so selten, dass man die (einmalige) Chance nutzen muss dabei zu sein, zur Not auch morgens um 5:00 Uhr. Venusdurchgänge vor der Sonne zählen zu dieser Sorte von Ereignissen. Die nächste Chance die Venus als kleines schwarzes Scheibchen vor der Sonne zu sehen, ergibt sich erst wieder im Jahr 2117, zu spät für die meisten von uns. Am 6. Juni 2012 waren immerhin die letzten beiden Stunden dieser seltenen Planetenkonstellation von Norddeutschland aus beobachtbar. Einziger Wermutstrpfen, die Sonne mit dem Venusscheibchen davor ging in Hamburg um 4:53 Uhr auf und das Ende des Venusdurchgangs war um 6:55 Uhr. Das bedeutete für alle, die sich das Ereignis trotzdem anschauen wollten, früh aufstehen und hoffen, dass das das angekündigte Regengebiet lange genug über Bremen hängen bliebe.

Venusdurchgang

Um den SchülerInnen der Schule Ohrnsweg die Chance zu geben dieses Ereignis einmal mit eigenen Augen zu beobachten, plante der Elternrat am 6. Juni, dem Tag des Venusdurchgangs, eine Art „public viewing“ zu veranstalten. Dazu wurde ein Platz mit freiem Blick auf die im Nordosten aufgehende Sonne gesucht und direkt hinter der Unterführung des S-Bahnhofs Fischbek auch gefunden. Herr Welter vom Elternrat gab den SchülerInnen der 4. und 6. Klassen zwei Tage vor dem Venustransit eine kleine Einführung in den Ablauf eines Venustransits, in die Beobachtungmöglichkeiten und in die Bedeutung dieses extrem seltenen Ereignisses für die Wissenschaft im 18. Jahrhundert, als man weltweit versuchte, mit Hilfe von genauen Bebachtungen der Venustransite der Jahre 1761 und 1769, die Entfernung zwischen der Sonne und den Planeten zu bestimmen.

Venusdurchgang

Am frühen Morgen des 6. Juni fanden sich dann tatsächlich etwa 20 SchülerInnen und einige Eltern und LehrerInnen am vereinbarten Treffpunkt ein. Auch das Wetter spielte mit, so dass es möglich war die Venus als kleine schwarze Scheibe, entweder direkt durch ein Teleskop mit Sonnenfilter oder indirekt auf ein weißes Blatt Papier projiziert, zu beobachten. Bis auf kurze Intervalle, in denen sich Sonne und Venus hinter etwas dichteren Wolkenstreifen befanden, konnte der Transit so erfolgreich beobachtet werden. Auch die Beobachtung der unterschiedlichen Austrittszeit, Ziel der aufwändigen Expeditionen im 18. Jahrhundert, gelang im 21. mit Hilfe einer Internet Liveübertragung aus Hawaii sehr einfach. Der dort etwa 6 Minuten früher erfolgende Kontakt des Venusscheibchens mit dem Sonnenrand liess sich auf diese Weise bequem und ohne Gefahr an Skorbut, Erfrierungen oder tropischen Seuchen zu sterben, beobachten.

Venusdurchgang

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