1.3 Unsere Grundlage – Das Kompetenzquadrat

 

Der Kompetenzbegriff, auf den wir uns beziehen (siehe Christine Roggatz in „Hamburg macht Schule“, 2009, Heft 2), basiert auf dem Zusammenspiel von vier Kompetenzbereichen, die im Unterricht entwickelt werden sollen.

Kompetenzquadrat

Sachkompetenz1
bzw inhaltsbezogene
Kompetenz
Selbstkompetenz2
bzw.
personelle
Kompetenz
Methodenkompetenz3 bzw. prozess- bezogene Kompetenz Sozialkompetenz4 bzw. soziale Kompetenz

nach Bruder/Leuders/Büchter, fachliche und überfachliche
Kompetenzen S. 13 f. und IQSH »Lernkompetenz« S. 2


1Sachkompetenz
„Sachkompetenz allgemein gefasst beinhaltet das

  • Erfassen und Erkennen von Sachverhalten, Regeln und Begriffen,
  • Verstehen von Argumenten und Erklärungen,
  • korrekte Verwenden von Fachsprache und spezifischen Darstellungen,
  • Bewerten von Zusammenhängen,
  • Übertragen und Anwenden von Fakten, Regeln und Begriffen.

Hierbei stehen die Befähigung zur Bewältigung von Aufgaben, d.h. das Nutzen und Kombinieren der Kenntnisse und Fähigkeiten, im Zentrum. Zusammen mit den prozessbezogenen Kompetenzen bilden sie die fachbezogene Seite des Quadrats.“ Ebd. Zusammengefasst aus Seite 13 – 15

2Selbstkompetenz
„Im Gegensatz zur eher handwerklichen Ebene der Methodenkompetenz stehen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Haltungen, die den Prozess des selbstständigen Lernens unterstützen, im Mittelpunkt. […] Auch das Vermögen, eine individuelle Beziehung zum Inhalt aufzubauen, die eigene Motivation aufrechtzuerhalten sowie mit Misserfolgen umzugehen, gehört zur Selbstkompetenz.“ Ebd.

3Methodenkompetenz
„Prozessbezogene Kompetenzen meint Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für das Handeln im Fach und die Art zu denken zentral sind. Für Mathematik gehören hierzu beispielsweise, dass man

  • in unbekannten Situationen strategisch, reflektierend arbeiten kann (Problemlösen),
  • die Wirklichkeit mit Mathematik erfassen kann (Modellieren),
  • mathematisch argumentieren, d.h. begründen und beweisen kann,
  • über Mathematik sprechen und Ergebnisse präsentieren kann. […]

Die genannten Kompetenzen sind zum einen fachspezifisch, zum anderen aber auch fächerübergreifend. Diese übergreifende Bedeutung umfasst der Begriff Methodenkompetenz, der vor allem den Aufbau und die Automatisierung von Grundfertigkeiten und Verfahrensweisen beinhaltet. Methoden, die einem helfen, Informationen zu erfassen, zu strukturieren und zu behalten, gehören ebenso dazu wie Planungsmethoden, Problemlösestrategien und Präsentationsmethoden.“ Ebd.

4Sozialkompetenz
„Hierunter fallen u. a. die Bereitschaft und Fähigkeit, andere wahrzunehmen, auf sie einzugehen, konstruktiv im Team zu arbeiten, mit Konflikten angemessen umgehen zu können, Verantwortung zu übernehmen, im Gespräch einander zuzuhören und diese Gespräche selbst leiten zu können.“ Ebd.


Unterricht soll immer diese vier Bereiche im Blick haben.
Bei den jährlich stattfindenden kollegialen Hospitationen wird dem Rechnung getragen, indem der Unterricht im Hinblick auf diese Kompetenzbereiche, sowie auf abgesprochene weitere Bereiche (z. B. alles»könner, DAZ im Fachunterricht, Inklusion …) beobachtet werden soll. Gleichzeitig werden auch die eingesetzten Kooperativen Lernformen diskutiert, so dass die getroffenen Vereinbarungen im Unterricht sichtbar werden.