2.4.4 Elemente ganzheitlicher und kontinuierlicher Förderung

 

Maßgebliche Grundlage der Diagnostik ist die Unterrichtsbeobachtung und der kontinuierliche Austausch in den Jahrgangsteams. Standardisierte Testverfahren werden nach Rücksprache in den Jahrgangsteamsitzungen und Förderkonferenzen gezielt eingesetzt.

2.4.4.a Bausteine der Diagnostik und Planung der Förderung
2.4.4.b Förderkonferenzen
2.4.4.c Sonderpädagogische Förderung

 

2.4.4.a Bausteine der Diagnostik und Planung der Förderung

Eine kontinuierliche und systematische diagnostische Begleitung des Kindes erfolgt sowohl durch festgesetzte Diagnose-Bausteine der Schulbehörde, als auch durch erweiterte Verfahren in Absprache mit dem Jahrgangsteam, der Förderkoodination, dem ReBBZ, ASD (Allgemeiner Sozialer Dienst), Jugendamt und therapeutischen Einrichtungen.

Bausteine diagnosegestützter Förderplanung:

  • 4,5 jährigen Untersuchung
  • Mini KEKS („Kompetenzerfassung in Kindergarten und Schule“)
  • SCHNABEL (schreiben = nachdenken, anwenden, behalten, erfolgreich lernen)
  • HSP („Hamburger Schreibprobe“)
  • Stolperwörter-Lesetest
  • HaRet („Hamburger Rechentest“)
  • KERMIT
  • Grundintelligenztest CFT 1-R und CFT 20-R („Conformal Field Theory“), CPM, MAUS (Auditiver Screeningtest), FEW-2 (Test zur visuellen Wahrnehmung), TROG-D (Analyse morphologisch-syntaktischer Strukturen)
  • DirK (Diagnose in regionaler Kooperation)

Abschließend wird die erfolgte Förderarbeit mit DirK (Diagnose in regionaler Kooperation) dokumentiert.

 

2.4.4.b Förderkonferenzen

Die zweimal jährlich stattfinden verbindlichen Förderkonferenzen sind das zentrale Element zur Entscheidung über den individuellen Förderbedarf und die Absprache über die daraus resultierende individuelle Förderplanung. Hierzu gehören die Entscheidungen zur Teilnahme an der Sprachförderung und Lernförderung, Psychomotorik, sowie an der „Insel“gruppe.
Auf Grundlage der pädagogischen Arbeit in der Schuleingangsphase entscheidet die Förderkonferenz in der Regel zum Ende der Klassenstufe 2 über einen Unterstützungsbedarf in den Entwicklungsfeldern Lernen, Sprache und sozialemotionale Entwicklung.
Eine verbindliche Beratung und Kooperation mit dem ReBBZ findet im Rahmen des vereinfachten Diagnostikverfahrens für die Jahrgangsstufen 3 und 4 mit dem zuständigen ReBBZ (DirK- Diagnose in regionaler Kooperation) statt.

 

2.4.4.c Sonderpädagogische Förderung

Entwicklungsfelder Lernen, Sprache und sozial-emotionaler Förderbedarf (LSE) Die überwiegenden Förderschwerpunkte an der Grundschule Ohrnsweg liegen in den Bereichen Lernen, Sprache und sozial-emotionale Entwicklung.

  • Spezieller sonderpädagogischer Förderbedarf

Zu den speziellen sonderpädagogischen Förderbedarfen zählen die Bereiche geistige Entwicklung, körperlich-motorische Entwicklung, Autismus und Sinnesbehinderungen.

Eine zielgerichtete Diagnostik, individuelle Förderpläne und eine regelhafte Evaluation der eingeleiteten Fördermaßnahmen sind feste Bausteine der sonderpädagogischen Förderung. Dabei beruhen diese Aspekte auf dem inklusiven Gedanken, der eine gemeinsame Förderung aller Kinder sowohl im Klassenverband als auch in Kleingruppen- und Einzelförderung beinhaltet. Auf regelmäßig stattfindenden Jahrgangsteamsitzungen werden Förderschwerpunkte für die weitere Lernentwicklung besprochen, evaluiert und aktualisiert. Der Einsatz der Sonderpädagogen und FSJ-ler beruht auf Jahrgangsteamabsprachen und einem kontinuierlichen Austausch der zuständigen Pädagogen der „Insel“gruppe und des Psychomotorikkurses. Hierbei werden die Planungen und Zuständigkeiten für die Umsetzung der Förderung des Kindes festgelegt.

  • Zusätzliche Förderung in der „Insel“

Für einen Teil der Schüler mit einem festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf aus einem der oben genannten Bereiche und erhöhtem Unterstützungsbedarf im Bereich der basalen Kompetenzen der Feinmotorik und im Alltagshandeln gibt es wöchentlich 2 Mal für 90 Minuten eine Förderung in der „Insel“gruppe. In dieser Kleingruppe erweitern die Schüler ihre schulischen Basiskompetenzen durch Übungen und Spiele zur Feinmotorik, Konzentration oder Wahrnehmung. Grundlegende lebenspraktische Kompetenzen werden vertieft und erweitert. In gemeinsamen Phasen werden Sprachanlässe geschaffen und eine aktive Teilnahme am Gruppengeschehen gefordert. Außerdem arbeiten die Kinder an ihren im Förderplan festgelegten individuellen Förderzielen. Handelnde und ikonische Aufgaben werden grundsätzlich bevorzugt, um den Schülern den aktiven Zugang zu den gestellten Anforderungen zu erleichtern. Vertiefungen und
Wiederholungen von Inhalten aus den Kernfächern Deutsch und Mathematik werden in Einzelarbeit umgesetzt, wobei möglichst lebenspraktische Bezüge bei der Aufgabenstellung hergestellt werden (z.B. Umgang mit Geld: Kaufladen spielen).
Die Unterrichtszeit in der Kleingruppe bietet den Kindern eine Lernzeit in ruhiger Atmosphäre, in der die Voraussetzungen geschaffen werden, die es ihnen ermöglichen, sich zu fokussieren. Die enge Begleitung und Anleitung kommt außerdem dem Unterstützungs- und dem Mitteilungsbedürfnis der Kinder entgegen. Eine feste Stundenstruktur und widerkehrende Abläufe geben den Kindern Orientierung und Sicherheit.
Dadurch, dass Kinder aus den Jahrgängen 1-4 zusammenkommen, profitieren die jüngeren von den älteren Kindern, denen die Rahmenstrukturen bereits bekannt sind. Andererseits erfahren sich die älteren Kinder positiv in ihrer erfahrenen, helfenden Rolle. Solche positiven Erfahrungen im Unterricht stärken ihr Selbstbewusstsein.

  • Zusätzliche Förderung in der Psychomotorik

Für einen Teil der Schüler mit erhöhtem Unterstützungsbedarf im Bereich der Motorik und Koordination gibt es wöchentlich 2 Mal für 60 Minuten eine Förderung im Bereich Psychomotorik. Hier erfahren die Schüler in abwechslungsreichen Gerätelandschaften in der Turnhalle eine gezielte Stärkung im Bereich der Wahrnehmung und Bewegung gleichermaßen.