2.4.5.1 Sprachförderung

 

Additive Sprachförderung – Vorschulische Sprachförderung – Diagnostik – Planung und Organisation der Förderung – Dokumentation -Sprachförderung in den Jahrgängen 1 bis 4 – Diagnostik – Planung und Organisation der Förderung – DaZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache) – Integrative Sprachförderung – Durchgängige Sprachbildung – Projekt „DaZ im Fachunterricht“

2.4.5.1.a Additive Sprachförderung
  Vorschulische Sprachförderung § 28a
  Diagnostik
  Planung und Organisation der Förderung
  Dokumentation
  Sprachförderung in den Jahrgängen 1 bis 4
  Diagnostik
  Planung und Organisation der Förderung
  Dokumentation
  DaZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache)
2.4.5.1.b Integrative Sprachförderung und durchgängige Sprachbildung
  Integrative Sprachförderung
  Durchgängige Sprachbildung
  Projekt „DaZ im Fachunterricht“
  Weitere sprachförderliche Angebote / Inhalte / Schwerpunkte
  Family Literacy (FLY)
  Antolin
  Sommercamp und TheaterSprachCamp (TSC)
  Teilnahme am Projekt „B!Spra“ (Bildungssprachliche Kompetenzen)
  Herkunftssprachlicher Unterricht
2.4.5.1.c Evaluation der Sprachförderung

 

2.4.5.1.a Additive Sprachförderung

Auf die sprachliche Entwicklung wird in den einzelnen Klassenstufen viel Wert gelegt. Die Sprachfördermaßnahmen sind in den Ganztag eingebunden, werden eng mit dem Unterricht verknüpft und regelmäßig überprüft. Die inhaltlichen Schwerpunkte bilden der mündliche Sprachgebrauch, Lesen und Rechtschreiben.

Vorschulische Sprachförderung § 28a

Schon bei der Untersuchung der Viereinhalbjährigen wird in Hamburg besonders auf die sprachliche Entwicklung der Kinder geachtet. Verbindliche Sprachförderung wird durchgeführt, wenn bei der Viereinhalbjährigen Untersuchung oder in der laufenden Vorschularbeit ein ausgeprägter Förderbedarf festgestellt wird oder die Diagnoseergebnisse auf einen Bedarf an zusätzlicher sprachlicher Förderung hinweisen.

Diagnostik
In den Vorschulklassen an der Schule Ohrnsweg wird der sprachliche Entwicklungsstand zu Beginn und zum Ende der Vorschulzeit mit dem Testinstrument Mini Keks erhoben. (Stand Schuljahr 2018/19)

Planung und Organisation der Förderung
Zu Beginn eines Schuljahres werden die Kinder mit additivem Sprachförderbedarf auf einer Förderkonferenz benannt. Die verbindliche vorschulische Sprachförderung nach §28a findet für Kinder, die nicht eine Vorschulklasse am Ohrnsweg besuchen, zweimal wöchentlich jeweils 90 Minuten statt. Für die Vorschulkinder der Schule Ohrnsweg ist die Sprachförderung mit 180 Minuten in Kleingruppen und festen Bezugspersonen in den Schulvormittag integriert. Einen Schwerpunkt bildet die Phonologische Bewusstheit. Handlungsorientiert und spielerisch setzen sich die Kinder u. a. mit Silben und Reimen auseinander. Auch Bilderbücher spielen beim Zugang zur (Schrift-)sprache sowie bei der Wortschatzerweiterung eine wesentliche Rolle.

Dokumentation
Auf der Förderkonferenz der Vorschulklassen zu Beginn des Schuljahres werden die geplanten Fördermaßnahmen mit individuellen thematischen Schwerpunkten dokumentiert. Am Ende eines Schuljahres findet eine weitere Förderkonferenz statt, auf der der sprachliche Entwicklungsstand eines jeden Kindes dokumentiert wird. Lernstand und Lernentwicklung können so bei der Übergabe der Kinder an die Teams der jeweiligen ersten Klassen thematisiert werden. Dies ermöglicht einen guten Übergang in die erste Klasse mit angepasster Förderung.

Sprachförderung in den Jahrgängen 1 bis 4

Diagnostik
Die Lernausgangslage sowie eventueller Förderbedarf wird mit verschiedenen Testinstrumenten ermittelt.
Die Grundlage für die Teilnahme an der additiven Sprachförderung in Klasse 1 bis 4 bilden seit dem Schuljahr 2018/19 für die Klassen 1 und 2 das „individualdiagnostische Verfahren zur Erfassung der Rechtschreibkompetenz SCHNABEL (schreiben= nachdenken, anwenden, behalten, erfolgreich lernen)“ sowie für Klasse 3 und 4 die Hamburger Schreibprobe (HSP) (2x jährlich, zum Halbjahr und Schuljahresende). Diese werden in den Folgejahren durch das Diagnoseinstrument „SCHNABEL“ ersetzt. Ebenso wird der Stolperwörterlesetest (1x jährlich am Schuljahresende) in allen Jahrgängen durchgeführt. Haben die Schüler bei der Testung einen schwächeren Prozentrang als 10, nehmen sie im Förderband an einer Gruppe zur additiven Sprachförderung teil.
Neben den beschriebenen Diagnoseinstrumenten entscheidet auch die Einschätzung der jeweiligen Deutschlehrkraft sowie die der Jahrgangsteamkollegen über die Teilnahme an der Sprachförderung.

Planung und Organisation der Förderung
Eine diagnosegestützte Planung erfolgt auf zweimal jährlich stattfindenden Förderkonferenzen. Die Feststellung des Förderbedarfes wird dort festgelegt. Damit ist die Teilnahme an der Sprachförderung verbindlich.
Die additive Sprachförderung an der Schule Ohrnsweg ist in jahrgangshomogenen Kleingruppen mit verschiedenen Förderschwerpunkten (z.B. Festigung der Phonologischen Bewusstheit, Lesen, mündlicher Sprachgebrauch, Schreiben und Rechtschreibung) organisiert. Sie erfolgt 3x wöchentlich je 45 Minuten im Rahmen des Förderbandes. In der ersten Jahrgangsteamsitzung im Schuljahr erfolgt ein Austausch über die Zusammensetzung der Gruppen sowie deren Schwerpunkte und Inhalte der additiven Sprachförderung.
Die Förderkoordinatorin und Sprachlernberaterin stehen allen Jahrgangsteams beratend bei der (sprach-)förderlichen Gruppeneinteilung für das Förderband zur Seite. Sie stehen ebenfalls im Austausch mit der Schulleitung.

Um eine gezielte, individuelle Förderung zu ermöglichen, erfolgt diese durch die jeweiligen Deutsch- bzw. Klassenlehrkräfte. Eine konkrete Verknüpfung mit aktuellen Unterrichtsthemen ist so gut umsetzbar und führt zudem zu einer Vertrautheit in der Gruppe. (Siehe auch Projekt „DaZ im Fachunterricht“)
Auf regelmäßigen Fachkonferenzen erfolgt ein kollegialer Austausch über Inhalte, Methoden sowie Fördermaterialien.

Dokumentation
Auf den o. g. 2x jährlich stattfindenden Förderkonferenzen wird über den Lernstand und über Entwicklungsschritte, sowie entsprechende Förderschwerpunkte und -maßnahmen gesprochen. In individuellen Förderplänen werden diese jeweils zum Halbjahr festgehalten. Dabei liegt die Dokumentation bei den vom jeweiligen Jahrgang benannten Klassenlehrkräften.
Zu Beginn jeden Schuljahres wird das Elternhaus schriftlich über die Teilnahme des Kindes an der additiven Sprachförderung informiert.
In den verbindlichen Lernentwicklungsgesprächen (LEG) erfolgt zweimal im Schuljahr der Austausch zwischen Schülern, Eltern und Lehrern über die entsprechenden sprachförderlichen Maßnahmen.
Zudem wird die jeweilige Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an Sprachfördergruppen/-maßnahmen im Zeugnis dokumentiert.
Für Jahrgang 4 erfolgt die Übergabe an die weiterführende Schule in Form des individuellen Förderplans, um eine lückenlose Förderung anzustreben.

DaZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache)

Kinder, die seit weniger als zwei Jahren in Deutschland leben oder einen ausgeprägten Sprachförderbedarf aufgrund einer anderen Muttersprache haben, erhalten an der Grundschule Ohrnsweg eine zusätzliche Unterstützung im Bereich Deutsch als Zweitsprache.
Diese Schüler sind fest in einen bestehenden Klassenverband integriert und werden in zusätzlichen, jahrgangsübergreifenden Fördergruppen zusammengefasst. Dort arbeiten sie 1-2x/Woche je 45 bis 60 Minuten in Kleingruppen an Wortschatzerweiterung, Grammatik und Zugängen zum Schriftspracherwerb.
Wiederkehrende Satzmuster werden regelhaft gefestigt. Ein wesentliches Merkmal der DaZ- Förderung ist das Hörverstehen und Sprechen. Die Teilnahme wird ebenfalls im Zeugnis dokumentiert.

 

2.4.5.1.b Integrative Sprachförderung und durchgängige Sprachbildung

Integrative Sprachförderung
Integrative Sprachförderung und Wortschatzarbeit sind Bestandteile jeden Unterrichts. Differenzierte Aufgabenstellungen, individuell abgestimmte Arbeitsmaterialien und multiprofessionelle Teams (Regelschullehrkräfte, Sonderpädagogen, Erzieher) bieten jedem Kind die Möglichkeit, entsprechend seinem Lernstand und seiner Lernentwicklung zu arbeiten.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil integrativer Sprachförderung sind die kooperativen Lernformen. Sie zeichnen sich durch einen besonders hohen Kommunikationsanteil aller Kinder aus. Nach einem sprachlichen Austausch in einer Kleingruppe folgen meist Präsentationen vor der Klasse.
In einer Ziel- und Leistungsvereinbarung der Schule Ohrnsweg ist festgehalten, dass in jedem Jahrgang mehrmals wöchentlich verschiedene kooperative Lernformen durchgeführt werden.

Durchgängige Sprachbildung

Projekt „DaZ im Fachunterricht“
Seit August 2016 nimmt die Schule Ohrnsweg an dem Projekt „(Deutsch als Zweit-) Sprache im Fachunterricht“ teil. Unsere Schule ist mit den Fächern Mathematik und Sachunterricht beteiligt. Der Projektzeitraum beträgt zunächst zwei Jahre und umfasst eine Auftaktveranstaltung, eine schulinterne Fortbildung, mehrere Fachmodule, Workshops sowie individuelle Beratungsgespräche. Diese beinhalten allgemeine Informationen, konkrete Unterrichtsinhalte, Planungshilfen für die Umsetzung und eine Evaluation.
Den Kern bilden insgesamt vier schulübergreifende Fortbildungen für die Sprachlernberatung und jeweiligen Fachleitungen, auf denen unterrichts- und fachspezifische Inhalte unter dem Aspekt der durchgängigen Sprachbildung vermittelt werden. Auf jeweils folgenden schulinternen Fachkonferenzen werden diese weitergegeben und von den jeweiligen Fachkollegen im Unterricht erprobt sowie ausgewertet.
Unser Ziel ist es, den (Mathematik- und Sach-)Unterricht mithilfe von Strukturen / Hilfsmitteln / Werkzeugen sprachförderlich zu gestalten, um allen Kindern die Möglichkeit zu bieten, die fachlichen Inhalte zu bearbeiten. Dazu zählen auch eine Sensibilisierung für das Untersuchen der fachlichen Inhalte auf sprachförderliche Aspekte, sowie ein bewusster Umgang mit Alltags- und Bildungssprache.
Als Beispiele der Umsetzung haben sich zum jetzigen Zeitpunkt (Stand September 2018) die Artikelfarben, Wortspeicher und Satzstrukturen etabliert.
Auf den mehrmals jährlich stattfindenden Jahrgangsteamsitzungen werden Arbeitsaufträge erteilt, um eine Verknüpfung von Sprachförderung und Unterrichtsfächern zu fördern.
Ebenso ist eine Verbindung von Inhalten des Projekts mit bestehenden Lernarrangements angestrebt und somit auch eine Verankerung im Schulinternen Curriculum. Bei der Planung der schulinternen Erlebnistage (wie Mathematik, Literatur, Spiele) sowie der Projektwoche, wird auch die Wahl eines Themas unter der gestalterischen Umsetzung des Schwerpunkts Sprache berücksichtigt. Die Verbindlichkeit in diesem Bereich ist durch die Festschreibung einer Ziel- und Leistungsvereinbarung gesichert.

Weitere sprachförderliche Angebote/ Inhalte/ Schwerpunkte

Family Literacy (FLY)
Das von der UNESCO ausgezeichnete Hamburger FLY-Projekt ist auch an der Grundschule Ohrnsweg seit vielen Jahren etabliert. Hierbei handelt es sich um einen integrativen Ansatz zur aktiven Elternmitarbeit im Rahmen der Sprachbildung.
Folgende wesentliche Aspekte kennzeichnen die pädagogische Arbeit:

  • Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus sollen gestärkt werden.
  • Eltern erleben ihr Kind im Unterricht und lernen die Schule durch eigenes Mitarbeiten kennen.
  • Kinder erfahren eine Wertschätzung ihrer Arbeit, wenn die Eltern am FLY Unterricht teilnehmen.
  • Die Eltern bekommen Anregungen, wie sie ihr Kind beim Schriftspracherwerb unterstützen können. Dabei spielt die Wortschatzarbeit für Eltern und Kinder eine zentrale Rolle.
  • Die Eltern sollen eine Vorbildfunktion einnehmen, mit ihrem Kind das Erkunden und Lernen erfahren.
  • Im gemeinsamen Tun erleben Eltern mit ihren Kindern Erfolge und teilen Erfahrungen und Stolz. Diese Bestätigung macht Mut, sich auf Neues einzulassen – auch im Bereich der Sprache.
  • Der Kontakt zur Schule wird positiv erfahren und gepflegt.

Aktuell werden FLY-Stunden in den Jahrgängen VSK, 1, und 2 durchgeführt. Sie finden 1mal pro Woche bzw. 14-tägig statt und sind mitunter als fächerübergreifende Projekte eingerichtet. Dabei ist gewährleistet, dass sie in multiprofessionellen Doppelbesetzungen stattfinden. Die Eltern werden zu Beginn des Schuljahres auf einem Elternabend über das FLY Angebot informiert.
In der gemeinsamen Arbeit – ausgerichtet an den alltäglichen Erfahrungen in den Familien (z.B. Zubereitung eines Obstsalates, Backen von Keksen,…) – werden Aspekte der Sprachbildung aufgegriffen. In regelmäßigen Teamsitzungen werden Schwerpunkte der Arbeit entwickelt, die es Eltern ermöglichen, Einblicke in die Unterrichtsgestaltung zu erhalten und gemeinsame Sprachbildung alltags- und unterrichtsorientiert umzusetzen. Hierbei spielen fächerübergreifende, projektartige und außerschulische Aktivitäten eine große Rolle. z.B. finden Ausflüge ins Zoologische Museum und zur Bücherhalle/Kinderbibliothek statt. So sollen Hemmschwellen überwunden und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Familien aufgezeigt und angeregt werden. Diesem Ziel dient auch die abschließende Frühstücks- bzw. Kaffeezeit von Eltern, Kindern und Pädagogen; hier haben die Eltern Zeit und Gelegenheit für einen Austausch untereinander und mit den Lehrkräften.
Es findet ein Austausch der in FLY unterrichtenden Kollegen statt. Eine Auflistung der in den Jahrgängen bearbeiteten Themen und das entsprechende Material stehen dem Kollegium zur Verfügung.

Antolin
Ein zentraler Aspekt des Schriftspracherwerbs ist das Lesen. Die Lesefähigkeit steht in engem Zusammenhang mit den Kompetenzen im Deutsch- und auch im Fachunterricht. Um u. a. die Lesemotivation zu steigern, ist die regelmäßige Arbeit mit dem Antolin- Programm fest im Schulprogramm verankert.

Sommercamp und TheaterSprachCamp (TSC)

Sommercamp
Der gemeinnützige Verein Sommerschule e.V. bietet der Schule Ohrnsweg und einigen anderen Partnerschulen in Hamburg ein Projekt, das neben dem sprachlichen Lernstand auch die Lernmotivation und das Selbstbewusstsein der Kinder stärken soll. Die Kosten für Anreise, Unterbringung inkl. Vollverpflegung und Ausflügen werden durch Spenden von dem Verein getragen. Am Ende der 2. Klasse besteht für alle Kinder, die Sprachförderbedarf aufweisen oder aus sozialschwachen Familien stammen, die Möglichkeit in den Sommerferien an einer zweiwöchigen Ferienreise teilzunehmen. Die strukturierten Tagesabläufe beinhalten sogenannte „Redaktionsstunden“, in denen eine Camp-Zeitung erstellt wird, Zirkusübungen unter Anleitung der Kinder-Zirkusschule „TriBühne“, sowie freie Angebote und Ausflüge. Nach der Rückkehr zeigen die Kinder in einer feierlichen Aufführung ihr Können.
(siehe auch www.sommerschule.org)

TheaterSprachCamp
Kinder, die in Hamburg eine 3. Klasse besuchen und Sprachförderbedarf aufweisen, können in der zweiten Hälfte der Sommerferien an dem Hamburger TheaterSprachCamp teilnehmen. Dies ist ein Projekt der Behörde für Schule und Berufsbildung in Kooperation mit der Universität, dem Landesinstitut und anderen Organisationen. Dessen Ziel ist es, die Kenntnisse der Kinder in der deutschen Sprache weiter zu entwickeln, sodass sie mit besseren Chancen in die 4. Klasse starten können. Das dreiwöchige Programm beinhaltet Theater spielen, Sprache lernen und verschiedene Freizeitaktivitäten im näheren und weiteren Umland Hamburgs. Eingebettet sind viele der Aktionen in die Handlung der „Camp-Lektüre“, die die Kinder in der Zeit gemeinsam lesen und bearbeiten. Die Unterbringung inkl. Vollverpflegung erfolgt an verschiedenen Standorten in Schullandheimen oder Jugendherbergen, u.a. an Nord- und Ostsee.
Nach der Reise findet ein gemeinsames Abschlussfest statt, auf dem die Kinder Teile ihrer Theaterarbeit auf einer großen Bühne vorführen, sowie weitere Ergebnisse und Inhalte präsentieren. (siehe auch www.jugenderholungswerk.de)

Teilnahme am Projekt „B!Spra“ (Bildungssprachliche Kompetenzen)
Im Schuljahr 2017/18 beteiligte sich die Schule Ohrnsweg an einem bundesweiten Projekt zur Erfassung bildungssprachlicher Kompetenzen von Grundschulkindern. Sowohl Alltags- als auch Bildungssprache haben im Schulalltag ihre Bedeutung und erfüllen unterschiedliche Funktionen. Im Austausch zwischen den Schülern, sowohl in den Pausen als auch Unterricht, ist vor allem die Alltagssprache geläufig. Aber auch in bestimmten Unterrichtssituationen wie Gruppenarbeiten ist diese gefragt und zielführend. Ebenso sind in Lehrwerken und Arbeitsmaterial alltägliche Sprachbeispiele zu finden. Doch auch die Beherrschung der Bildungssprache gehört zu einem gelungenen Spracherwerb. Das Vermitteln von bildungssprachlichen Kompetenzen wird mittlerweile als Aufgabe aller Fächer gesehen und ist auch in Bildungs- bzw. Rahmenplänen festgeschrieben.
„Ziel des „B!Spra-Projekts“ ist die Bereitstellung eines Testinstruments, das Lehrkräfte […] nutzen können, um das bildungssprachliche Niveau von Grundschulkindern der Jahrgangsstufen 2 bis 4 einzuschätzen, eventuellen Förderbedarf aufzudecken und rechtzeitige Fördermaßnahmen einzuleiten.“ (Quelle: Verbundprojekt Bildungssprachliche Kompetenzen; Prof. S. Weinert, Prof. P. Stanat)

Herkunftssprachlicher Unterricht
Um auch der Wertschätzung von Herkunftssprachen sowie der Mehrsprachigkeit an unserer Schule Ausdruck zu verleihen, wird in Kooperation mit dem türkischen Konsulat einmal wöchentlich ein Türkischkurs angeboten, der von einem Muttersprachler geleitet wird.

 

2.4.5.1.c Evaluation der Sprachförderung

Ein grundlegendes Ziel der Schule Ohrnsweg, auch fachlichen Unterricht sprachbewusst zu gestalten, wird in einer der schulinternen Ziel- und Leistungsvereinbarungen beschrieben (DaZ-Projekt). Die Umsetzung dieses Zieles ist durch kontinuierlichen Austausch im Kollegium, sowie konzeptionelle Überlegungen der Schulentwicklungsgruppe zur Weiterentwicklung gewährleistet. Auf der Feedback-konferenz werden Umsetzungsschritte und Nachsteuerungsbedarfe erfasst und in einer gemeinsam entwickelten Maßnahmenplanung gesichert.
Die Dokumentation mit den individuellen Sprachförderplänen unterliegt ebenfalls dem zirkulären Prozess der regelmäßigen Evaluierung. Nach dem Erstellen erster Entwürfe durch die Sprachlernberatung werden die Vorlagen dem Kollegium vorgestellt, in Teams besprochen, erprobt und im Rahmen der jährlichen Feedback-Konferenz ausgewertet. Im Sinne der systematischen Weiterentwicklung werden die Förderpläne stetig angepasst.
Zur Unterstützung und Beratung im Bereich Unterrichtsmaterial sowie Diagnoseverfahren wird der große Sprachförder-Materialfundus regelmäßig in der Deutsch-Fachkonferenz vorgestellt und es erfolgt ein Austausch erprobter Methoden. Die Sprachlernberatung nimmt an den regelmäßigen Treffen der Praxisbegleitgruppe zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung teil.
Im Sinne einer nachhaltigen Förderung besteht zwischen Schulleitung, Förderkoordination und Sprachlernberatung eine kooperative Kommunikation durch regelhaft stattfindende Treffen.