2.4.5.1.b Integrative Sprachförderung und durchgängige Sprachbildung

 
Integrative Sprachförderung
Durchgängige Sprachbildung
Projekt „DaZ im Fachunterricht“
Weitere sprachförderliche Angebote / Inhalte / Schwerpunkte
Family Literacy (FLY)
Antolin
Sommercamp und TheaterSprachCamp (TSC)
Teilnahme am Projekt „B!Spra“ (Bildungssprachliche Kompetenzen)
Herkunftssprachlicher Unterricht

 

Integrative Sprachförderung
Integrative Sprachförderung und Wortschatzarbeit sind Bestandteile jeden Unterrichts. Differenzierte Aufgabenstellungen, individuell abgestimmte Arbeitsmaterialien und multiprofessionelle Teams (Regelschullehrkräfte, Sonderpädagogen, Erzieher) bieten jedem Kind die Möglichkeit, entsprechend seinem Lernstand und seiner Lernentwicklung zu arbeiten.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil integrativer Sprachförderung sind die kooperativen Lernformen. Sie zeichnen sich durch einen besonders hohen Kommunikationsanteil aller Kinder aus. Nach einem sprachlichen Austausch in einer Kleingruppe folgen meist Präsentationen vor der Klasse.
In einer Ziel- und Leistungsvereinbarung der Schule Ohrnsweg ist festgehalten, dass in jedem Jahrgang mehrmals wöchentlich verschiedene kooperative Lernformen durchgeführt werden.

Durchgängige Sprachbildung

Projekt „DaZ im Fachunterricht“
Seit August 2016 nimmt die Schule Ohrnsweg an dem Projekt „(Deutsch als Zweit-) Sprache im Fachunterricht“ teil. Unsere Schule ist mit den Fächern Mathematik und Sachunterricht beteiligt. Der Projektzeitraum beträgt zunächst zwei Jahre und umfasst eine Auftaktveranstaltung, eine schulinterne Fortbildung, mehrere Fachmodule, Workshops sowie individuelle Beratungsgespräche. Diese beinhalten allgemeine Informationen, konkrete Unterrichtsinhalte, Planungshilfen für die Umsetzung und eine Evaluation.
Den Kern bilden insgesamt vier schulübergreifende Fortbildungen für die Sprachlernberatung und jeweiligen Fachleitungen, auf denen unterrichts- und fachspezifische Inhalte unter dem Aspekt der durchgängigen Sprachbildung vermittelt werden. Auf jeweils folgenden schulinternen Fachkonferenzen werden diese weitergegeben und von den jeweiligen Fachkollegen im Unterricht erprobt sowie ausgewertet.
Unser Ziel ist es, den (Mathematik- und Sach-)Unterricht mithilfe von Strukturen / Hilfsmitteln / Werkzeugen sprachförderlich zu gestalten, um allen Kindern die Möglichkeit zu bieten, die fachlichen Inhalte zu bearbeiten. Dazu zählen auch eine Sensibilisierung für das Untersuchen der fachlichen Inhalte auf sprachförderliche Aspekte, sowie ein bewusster Umgang mit Alltags- und Bildungssprache.
Als Beispiele der Umsetzung haben sich zum jetzigen Zeitpunkt (Stand September 2018) die Artikelfarben, Wortspeicher und Satzstrukturen etabliert.
Auf den mehrmals jährlich stattfindenden Jahrgangsteamsitzungen werden Arbeitsaufträge erteilt, um eine Verknüpfung von Sprachförderung und Unterrichtsfächern zu fördern.
Ebenso ist eine Verbindung von Inhalten des Projekts mit bestehenden Lernarrangements angestrebt und somit auch eine Verankerung im Schulinternen Curriculum. Bei der Planung der schulinternen Erlebnistage (wie Mathematik, Literatur, Spiele) sowie der Projektwoche, wird auch die Wahl eines Themas unter der gestalterischen Umsetzung des Schwerpunkts Sprache berücksichtigt. Die Verbindlichkeit in diesem Bereich ist durch die Festschreibung einer Ziel- und Leistungsvereinbarung gesichert.

Weitere sprachförderliche Angebote/ Inhalte/ Schwerpunkte

Family Literacy (FLY)
Das von der UNESCO ausgezeichnete Hamburger FLY-Projekt ist auch an der Grundschule Ohrnsweg seit vielen Jahren etabliert. Hierbei handelt es sich um einen integrativen Ansatz zur aktiven Elternmitarbeit im Rahmen der Sprachbildung.
Folgende wesentliche Aspekte kennzeichnen die pädagogische Arbeit:

  • Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus sollen gestärkt werden.
  • Eltern erleben ihr Kind im Unterricht und lernen die Schule durch eigenes Mitarbeiten kennen.
  • Kinder erfahren eine Wertschätzung ihrer Arbeit, wenn die Eltern am FLY Unterricht teilnehmen.
  • Die Eltern bekommen Anregungen, wie sie ihr Kind beim Schriftspracherwerb unterstützen können. Dabei spielt die Wortschatzarbeit für Eltern und Kinder eine zentrale Rolle.
  • Die Eltern sollen eine Vorbildfunktion einnehmen, mit ihrem Kind das Erkunden und Lernen erfahren.
  • Im gemeinsamen Tun erleben Eltern mit ihren Kindern Erfolge und teilen Erfahrungen und Stolz. Diese Bestätigung macht Mut, sich auf Neues einzulassen – auch im Bereich der Sprache.
  • Der Kontakt zur Schule wird positiv erfahren und gepflegt.

Aktuell werden FLY-Stunden in den Jahrgängen VSK, 1, und 2 durchgeführt. Sie finden 1mal pro Woche bzw. 14-tägig statt und sind mitunter als fächerübergreifende Projekte eingerichtet. Dabei ist gewährleistet, dass sie in multiprofessionellen Doppelbesetzungen stattfinden. Die Eltern werden zu Beginn des Schuljahres auf einem Elternabend über das FLY Angebot informiert.
In der gemeinsamen Arbeit – ausgerichtet an den alltäglichen Erfahrungen in den Familien (z.B. Zubereitung eines Obstsalates, Backen von Keksen,…) – werden Aspekte der Sprachbildung aufgegriffen. In regelmäßigen Teamsitzungen werden Schwerpunkte der Arbeit entwickelt, die es Eltern ermöglichen, Einblicke in die Unterrichtsgestaltung zu erhalten und gemeinsame Sprachbildung alltags- und unterrichtsorientiert umzusetzen. Hierbei spielen fächerübergreifende, projektartige und außerschulische Aktivitäten eine große Rolle. z.B. finden Ausflüge ins Zoologische Museum und zur Bücherhalle/Kinderbibliothek statt. So sollen Hemmschwellen überwunden und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Familien aufgezeigt und angeregt werden. Diesem Ziel dient auch die abschließende Frühstücks- bzw. Kaffeezeit von Eltern, Kindern und Pädagogen; hier haben die Eltern Zeit und Gelegenheit für einen Austausch untereinander und mit den Lehrkräften.
Es findet ein Austausch der in FLY unterrichtenden Kollegen statt. Eine Auflistung der in den Jahrgängen bearbeiteten Themen und das entsprechende Material stehen dem Kollegium zur Verfügung.

Antolin
Ein zentraler Aspekt des Schriftspracherwerbs ist das Lesen. Die Lesefähigkeit steht in engem Zusammenhang mit den Kompetenzen im Deutsch- und auch im Fachunterricht. Um u. a. die Lesemotivation zu steigern, ist die regelmäßige Arbeit mit dem Antolin- Programm fest im Schulprogramm verankert.

Sommercamp und TheaterSprachCamp (TSC)

Sommercamp
Der gemeinnützige Verein Sommerschule e.V. bietet der Schule Ohrnsweg und einigen anderen Partnerschulen in Hamburg ein Projekt, das neben dem sprachlichen Lernstand auch die Lernmotivation und das Selbstbewusstsein der Kinder stärken soll. Die Kosten für Anreise, Unterbringung inkl. Vollverpflegung und Ausflügen werden durch Spenden von dem Verein getragen. Am Ende der 2. Klasse besteht für alle Kinder, die Sprachförderbedarf aufweisen oder aus sozialschwachen Familien stammen, die Möglichkeit in den Sommerferien an einer zweiwöchigen Ferienreise teilzunehmen. Die strukturierten Tagesabläufe beinhalten sogenannte „Redaktionsstunden“, in denen eine Camp-Zeitung erstellt wird, Zirkusübungen unter Anleitung der Kinder-Zirkusschule „TriBühne“, sowie freie Angebote und Ausflüge. Nach der Rückkehr zeigen die Kinder in einer feierlichen Aufführung ihr Können.

TheaterSprachCamp
Kinder, die in Hamburg eine 3. Klasse besuchen und Sprachförderbedarf aufweisen, können in der zweiten Hälfte der Sommerferien an dem Hamburger TheaterSprachCamp teilnehmen. Dies ist ein Projekt der Behörde für Schule und Berufsbildung in Kooperation mit der Universität, dem Landesinstitut und anderen Organisationen. Dessen Ziel ist es, die Kenntnisse der Kinder in der deutschen Sprache weiter zu entwickeln, sodass sie mit besseren Chancen in die 4. Klasse starten können. Das dreiwöchige Programm beinhaltet Theater spielen, Sprache lernen und verschiedene Freizeitaktivitäten im näheren und weiteren Umland Hamburgs. Eingebettet sind viele der Aktionen in die Handlung der „Camp-Lektüre“, die die Kinder in der Zeit gemeinsam lesen und bearbeiten. Die Unterbringung inkl. Vollverpflegung erfolgt an verschiedenen Standorten in Schullandheimen oder Jugendherbergen, u.a. an Nord- und Ostsee.
Nach der Reise findet ein gemeinsames Abschlussfest statt, auf dem die Kinder Teile ihrer Theaterarbeit auf einer großen Bühne vorführen, sowie weitere Ergebnisse und Inhalte präsentieren.

Teilnahme am Projekt „B!Spra“ (Bildungssprachliche Kompetenzen)
Im Schuljahr 2017/18 beteiligte sich die Schule Ohrnsweg an einem bundesweiten Projekt zur Erfassung bildungssprachlicher Kompetenzen von Grundschulkindern. Sowohl Alltags- als auch Bildungssprache haben im Schulalltag ihre Bedeutung und erfüllen unterschiedliche Funktionen. Im Austausch zwischen den Schülern, sowohl in den Pausen als auch Unterricht, ist vor allem die Alltagssprache geläufig. Aber auch in bestimmten Unterrichtssituationen wie Gruppenarbeiten ist diese gefragt und zielführend. Ebenso sind in Lehrwerken und Arbeitsmaterial alltägliche Sprachbeispiele zu finden. Doch auch die Beherrschung der Bildungssprache gehört zu einem gelungenen Spracherwerb. Das Vermitteln von bildungssprachlichen Kompetenzen wird mittlerweile als Aufgabe aller Fächer gesehen und ist auch in Bildungs- bzw. Rahmenplänen festgeschrieben.
„Ziel des „B!Spra-Projekts“ ist die Bereitstellung eines Testinstruments, das Lehrkräfte […] nutzen können, um das bildungssprachliche Niveau von Grundschulkindern der Jahrgangsstufen 2 bis 4 einzuschätzen, eventuellen Förderbedarf aufzudecken und rechtzeitige Fördermaßnahmen einzuleiten.“ (Quelle: Verbundprojekt Bildungssprachliche Kompetenzen; Prof. S. Weinert, Prof. P. Stanat)

Herkunftssprachlicher Unterricht
Um auch der Wertschätzung von Herkunftssprachen sowie der Mehrsprachigkeit an unserer Schule Ausdruck zu verleihen, wird in Kooperation mit dem türkischen Konsulat einmal wöchentlich ein Türkischkurs angeboten, der von einem Muttersprachler geleitet wird.