2.4.3 Individualisierter und kompetenzorientierter Unterricht

 

Unterricht ist Förderung

Der Grundgedanke dieses Förderkonzeptes ist, dass jeder Schüler zu jedem Zeitpunkt in der Schule gefördert wird. Dies umfasst sowohl kognitive und sprachliche, als auch motorische, emotionale und soziale Potenziale. Formen des individuellen Lernens liegen der Unterrichtsvorbereitung und Unterrichtsdurchführung als Basis zugrunde. Diese werden durch eine kontinuierliche Schul- und Unterrichtsentwicklung begleitet und konkretisiert.

Die Grundschule Ohrnsweg beteiligte sich am Regionalprojekt – „Schulentwicklung im System“ und legte in diesem Zusammenhang verbindlich durchzuführende kooperative Lernformen für die Jahrgänge fest. Sie sind Bestandteil des Schulprogramms. Die Heterogenität der Gruppe wird dabei genutzt, indem sich jeder Schüler mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringt. Das Schulcurriculum sieht vor, anfangs stark strukturierte Formen einzusetzen. In den höheren Jahrgängen übernehmen die Schüler bei offeneren Formen zunehmend auch Eigenverantwortung für ihr Lernen.

Seit 2009 nimmt die Schule am Schulversuch alles»könner teil, bei dem es vor allem darum geht, einen kompetenzorientierten, inklusiven Unterricht und ein schulspezifisches Rückmeldesystem zu entwickeln. Rückmeldeformate werden transparent, kompetenzförderlich und aufeinander aufbauend gestaltet. Hierbei entstehen transparente Strukturen für die Eltern und Schüler. Die hierfür von den Fachkonferenzen entwickelten Lernarrangements bieten Schülern auf unterschiedlichem Kenntnisstand verschiedene Zugänge zu den Unterrichtsthemen. So können alle Kinder der Klasse an einem Thema arbeiten und gemäß ihrem Kenntnisstand individuelle Fortschritte erzielen.

Die Wochenplanarbeit ist ein Instrument zur Förderung und als ein fester Bestandteil in den einzelnen Jahrgängen verankert. Ihrem individuellen Leistungsstand entsprechend arbeiten die Schüler in ihrem Tempo zu festgelegten Zeiten an differenziertem Unterrichtsmaterial. Dadurch stellt der Wochenplan ein Instrument zum selbstständigen Lernen und Üben dar, indem nicht nur fachbezogene Kompetenzen trainiert werden können, sondern auch gesonderte Förderinhalte zum Erlernen von Basiskompetenzen oder überfachliche Kompetenzen geübt werden können.

Im Rahmen des Ganztagskonzepts wurde die Organisationsform des Förderbandes entwickelt. Zum Schuljahresbeginn wird in allen Jahrgangsstufen ein Förderband eingerichtet, dass das Team jahrgangsbezogen auf Grundlage der Förderkonferenz einteilt. Für das Förderband werden Stunden in der Rhythmisierung des Ganztages geblockt, in denen der normale Klassenunterricht aufgehoben wird. Das Förderband bezieht sich hauptsächlich auf die Kernfächer, kann aber auch auf andere Bereiche ausgeweitet werden. An drei Tagen wird die Unterrichtszeit um zusätzliche 45 Minuten erweitert. Die Schüler arbeiten in kleineren Lerngruppen an spezifischen Themen, z.B. an Leistungsanforderungen, die noch nicht erreicht wurden, an zusätzlichen Trainingseinheiten oder an Forderangeboten. Eine Vertretung des Förderbandes ist in den Jahrgängen verlässlich geregelt.

In zwei Lernentwicklungsgesprächen pro Schuljahr wird gemeinsam mit dem Kind, den Eltern und der Lehrkraft ein individuelles Lernziel festgelegt. Diese Lernzielvereinbarungen beinhalten die Formulierung des Ziels, den Unterstützungsbedarf, einen Termin zur Fertigstellung des Vorhabens, die Unterschriften aller Beteiligten und die Evaluation des Lernziels. Eine Dokumentation findet im Ohrnswegbuch statt.

Im Rahmen des Ganztagsunterrichts wählen die Schüler 3 Kursangebote, die sie ein halbes Jahr besuchen. Es werden hierbei Kurse zur Stärkung der individuellen Interessen und deren Entwicklung angeboten, zum gestalterischen und handwerklichen Lernen und zusätzliche Ruheangebote, in denen die Schüler und Schülerinnen bewertungsfrei agieren oder sich einfach entspannen können. Im Kursangebot finden sich ebenfalls Kurse zur Begabtenförderung (u.a. Forschendes Lernen, Schülerzeitung, Talentsport).