2.7.3 Kinderschutz außerhalb der Schule

 

Im außerschulischen Kontext geht es um die Sorgen, die sich Pädagogen machen, wenn Kinder oder andere Eltern ihnen von besorgniserregenden Situationen in ihrer Familie oder der Freizeit berichten.
Da die Sandbek-Siedlung sehr überschaubar ist und viele Familien mit mehreren und seit mehreren Generationen im Stadtteil leben, werden Erzählungen und Neuigkeiten schnell verbreitet.

Ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung außerhalb der Schule ist häufig heikel, da er zunächst auf Indizien oder auf Aussagen von minderjährigen Schülern beruht, die manchmal gerade nur im Konflikt mit ihren Eltern sind.
Zudem kann ein überhastetes Handeln (Einschalten von den ASD) schwerwiegende Konsequenzen für die Familien haben.
Trotzdem muss bei begründetem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung sofort, konsequent und nach folgenden Schritten vorgegangen werden (s. auch Grafik), um bei vorliegenden Anhaltspunkten zwischen belasteten und gefährdenden Lebenslagen zu unterscheiden und um richtiges Handeln anzuschließen.

Hat ein Mitarbeiter einen Verdacht auf das Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung informiert er das Klasse-/ Jahrgangsteam. Indizien für eine Kindeswohlgefährdung können sein:
körperliche Anzeichen (blaue Flecken etc.)
Auffälliges, sich plötzlich änderndes Verhalten
Erzählungen des Kindes
Anzeichen von Verwahrlosung
Häufiges (unentschuldigtes) Fehlen
Kommt das Team zu dem Schluss, dass ein begründeter Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, wird der Kinderschutzbeauftragte der Schule eingeschaltet.
Bleibt auch hier der Verdacht bestehen, beraten Team und Kinderschutzbeauftragter über das weitere Vorgehen. Maßnahmen können hier sein:
Hinzuziehen des schulischen Beratungsdienstes
Beratungsanfrage an das zuständige ReBBZ Süderelbe
Beratung aus der Jugendhilfe

Im Falle einer akuten Gefahr für das körperliche oder seelische Wohl des Kindes wird sofort der ASD über die Schulleitung eingeschaltet.

Im Falle eines begründeten Verdachts auf Kindeswohlgefährdung, die aber keinen Notfall darstellt, sollte das weitere Vorgehen in einem Gespräch mit dem Kind oder mit den Eltern durch das Team oder durch den Kinderschutzbeauftragen geschehen.

Sind die Eltern zur Mitarbeit bereit, werden mit ihnen Maßnahmen besprochen (Aufsuchen der Beratungslehrkraft, Annehmen von Erziehungshilfen etc.).
Nehmen die Eltern die Hilfen an, wird das Kind weiter beobachtet und nach angemessener Zeit beraten Team und Kindesschutzbeauftragter (ggf. auch nach weiteren Gesprächen mit Kind und/oder Eltern), ob weiterhin eine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Unter Umständen muss dann der ASD informiert werden.

Sind die Eltern nicht zur Mitarbeit bereit, wird über die Schulleitung der ASD eingeschaltet.

Bei allen Maßnahmen ist das Einschalten des ASD, und damit der Eingriff in die Familie, das letzte Mittel.

Kinderschutzkonzept