2.5.5 Das Konzept „Faustlos“

 

„Faustlos“ ist ein für Schulen und Kindergärten entwickeltes Curriculum zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Prävention von aggressivem Verhalten.
Zur individuellen Entwicklung jedes Kindes gehören neben der Förderung der kognitiven Kompetenzen (wie Lesen, Schreiben, Rechnen) auch die emotionalen und sozialen Kompetenzen jedes Kindes. Mit Hilfe des „Faustlos“-Konzepts soll versucht werden, die Schülerinnen und Schüler so früh wie möglich mit gewaltfreien Konfliktlösungsstrategien vertraut zu machen, ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu stärken und ein demokratisches Klima herzustellen, das die Gewaltbereitschaft reduziert. Die einzelnen Lektionen des „Faustlos“-Curriculums vermitteln auf altersentsprechende Weise sozial-emotionale Kompetenzen in drei aufeinander aufbauenden Schritten:

  • Empathieförderung
    In einem ersten Schritt schulen die Schülerinnen und Schüler ihre emotionale Kompetenz, indem sie im Unterrichtsgespräch und im Rollenspiel Gefühle bei sich und anderen differenziert wahrnehmen, benennen und einschätzen lernen. Auch die Entwicklung der Kommunikationsfähigkeit hat in diesemZusammenhang eine hervorragende Bedeutung.
  • Impulskontrolle
    Im zweiten Schritt sollen impulsives und aggressives Verhalten reduziert werden. Kleinschrittig werden soziale Kompetenzen geübt (z.B. „bei etwas mitmachen“, „Störungen ignorieren“, „höfliches Unterbrechen“, „dem Impuls zu lügen widerstehen“) und eine klare Problemlösungsstrategie trainiert.
  • Umgang mit Ärger und Wut
    Im dritten Schritt werden Ursachen des Ärgers konstruktiv angegangen. Als Verhaltenssteuerung dient das laute Denken und das Selbstgespräch, aggressives Verhalten soll so verhindert werden.

Nach unseren Erfahrungen als Integrative Regelschule ist wichtig, dass sich „Faustlos“ an alle Kinder einer Klasse richtet, so dass potentielle Täter und Opfer davon profitieren können und niemand stigmatisiert wird, gemäß dem Leitbild unserer pädagogischen Arbeit:

Wir sind eine Schule, die jedem Kind Rechnung trägt.

Verknüpfung von „Faustlos“ und „Klassenrat“
Der Klassenrat schafft wichtige Grundlagen für die Einführung des „Faustlos“-Programms. Themen aus dem Klassenrat können im „Faustlos-Unterricht“ aufgegriffen und besprochen werden. Umgekehrt können die Kinder bei der Besprechung von Konfliktsituationen im Klassenrat immer wieder auf erlernte soziale Kompetenzen sowie Lösungsstrategien aus dem „Faustlos“-Curriculum zurückgreifen. Unser derzeit gültiges Konzept für die Jahrgänge 0 bis 4 hat sich bewusst für zwei Formen gewaltpräventiver Arbeit entschieden:
Der Klassenrat ermöglicht es, den Blick der Schülerinnen und Schüler immer wieder auf die Klassengemeinschaft zu lenken und Probleme einzelner werden mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft in Beziehung gesetzt.
Das „Faustlos“-Curriculum hat eher Verhaltensänderungen des Einzelnen und der Klassenrat die gesamte Klasse im Blick.