3.8.1 Konzept für die Vermittlung grundlegender Fähigkeiten im Umgang mit neuen Medien

 

PC-Führerschein – Internet-ABC – Information für Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen – Organisation der Durchführung – Unterrichtsbezogene Anwendung – Evaluation                                                  

3.8.1.1 PC-Führerschein (Jahrgang 1 und 2)
3.8.1.2 Internet-ABC (Jahrgang 3 und 4)
3.8.1.3 Information für Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen
3.8.1.4 Organisation der Durchführung
3.8.1.5 Unterrichtsbezogene Anwendung
3.8.1.6 Evaluation

 

3.8.1.1 PC- Führerschein ( Jahrgang 1 und 2)

Der erste Umgang mit Medien wird an der Grundschule Ohrnsweg durch die Arbeit am „PC- Führerschein“ bereits in Klasse 1 angebahnt. Der „PC -Führerschein“ ist ähnlich wie das Schwimmabzeichen in aufeinander aufbauende Kompetenzstufen gegliedert. Dies bedeutet, dass die Schüler nicht auf die Durchführung von speziellen Unterrichtseinheiten angewiesen sind, sondern je nach ihrem individuellen Kenntnisstand die verschiedenen Kompetenzen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erreichen können.
Der Gedanke einer ganzheitlichen Medienerziehung setzt ein fächerübergreifendes Lernen voraus. Die Arbeit am „PC- Führerschein“ findet daher nicht nur im Unterricht statt, sondern auch im Rahmen des Ganztages:
Bei den Mittagsangeboten beispielsweise durch die Arbeit mit dem Antolin-Programm oder im Kursangebot der Schülerzeitung.
Die Arbeit im „Antolin“-Programm entspricht bereits dem Erreichen der ersten Kompetenzstufe „Klammeräffchen“, was deutlich macht, dass der Ganztag einen wesentlichen Teil zu dieser Arbeit beitragen kann.
Die Kompetenzstufen beinhalten folgende Anforderungen:

Klammeräffchen

Praxis

  • Du kannst einen Computer einschalten / „hoch fahren“ und fachgerecht ausschalten / „herunter fahren“.
  • Du hast im „Antolin“-Programm gearbeitet.

Bronze

Praxis

  • Du kannst dich im Schulnetzwerk selbstständig anmelden und Programme öffnen.
  • Du kannst dich im „Antolin“-Programm mit deinem Namen und deinem Passwort selbstständig anmelden.
  • Du hast in der Lernwerkstatt in den Bereichen Lesen / Schreiben und Rechnen gearbeitet.

Theorie

  • Du weißt, was man mit Programmen (z.B. „Antolin“, „Lernwerkstatt“, Textverarbeitung und Grafikprogramm) tun kann.
  • Du kennst die wichtigsten Bestandteile eines Computers (Maus, Tastatur, Rechner / PC, Monitor, Drucker) und kannst diese benennen.
     
    Die theoretischen Kenntnisse werden durch einen Test überprüft.

Silber

Praxis

  • Du kannst einen Text am PC schreiben, formatieren, speichern und ausdrucken.
  • Du kannst Internetadressen eingeben und Informationen im Internet finden.

Theorie

  • Du kennst Begriffe wie formatieren, Fettdruck, Schriftgröße …
  • Du weißt, wie eine Internetadresse aufgebaut ist.
     
    Die theoretischen Kenntnisse werden durch einen Test überprüft

Gold

Praxis

  • Du hast zu einem Thema im Internet recherchiert und aus den Informationen einen Text erstellt.
  • Du kannst in einen Text Bilder einfügen und diese formatieren.
  • Du kannst E-Mails öffnen, verfassen und senden.
  • Du erstellst in einer Textverarbeitung ein Referat nach den oben erwähnten Kriterien.

Theorie

  • Du kennst die „Surfregeln“ und hast den „Surfschein“ des Internet-ABC erreicht.
    (s. Anhang: Lernziele)
     
    Die theoretischen Kenntnisse über die Gefahren des Internet und digitaler Medien werden im Unterricht thematisiert und in einem Test überprüft.

Projektarbeiten als erweiterte Kompetenzen

  • Du kannst eine eigenständige Projektarbeit mit Hilfe neuer Medien erstellen.
     
    Diese Arbeit kann ein Druckerzeugnis sein oder aus einem anderen medialen Bereich kommen:

    • Text-Dokument
    • Power Point Präsentation
    • Videofilm
    • Audioproduktion
    • Fotobuch

Ziel
Am Ende von Klasse 4 haben 80% der Schülerinnen und Schüler den PC-Führerschein der Stufe Gold und den „Surfschein“ des Projektes
„Internet-ABC“ erreicht.

 

3.8.1.2 Internet-ABC (Jahrgang 3 und 4)

Ziel der Kultusministerkonferenz ist es, dass möglichst bis 2021 jede Schülerin und jeder Schüler jederzeit, wenn es aus pädagogischer Sicht im Unterrichtsverlauf sinnvoll ist, eine digitale Lernumgebung und einen Zugang zum Internet nutzen können sollte.
(Quelle: Strategie der Kultusministerkonferenz, „Bildung in der digitalen Welt“, kmk.org)

Dieses Ziel umfasst, dass die erforderlichen Strategien, sich sicher im Internet zu bewegen und sich den Gefahren die dieses mit sich bringt, bewusst gemacht werden.
Um aber mit dem Internet umzugehen, die Möglichkeiten und Gefahren kennenzulernen, benötigen Schülerinnen und Schüler eine Heranführung an das Internet mit pädagogischer Begleitung.
Ziel hierbei sollte neben der Aufklärung der Eltern über Möglichkeiten und Risiken des Internets vor allem die Aufklärung der Kinder sein. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei lernen, wichtige Begriffe richtig anzuwenden, Gefahren zu erkennen und vor allem die Fähigkeit erlernen, sich im Internet sicher, verantwortungsbewusst und zielorientiert zu bewegen.
Die Grundschule Ohrnsweg arbeitet hierbei mit dem vom Landesinstitut ausgearbeiteten Konzept des Internet-ABCs zusammen und wurde hierfür zertifiziert. Dies bedeutet für uns als Schule nicht nur, dass die Schülerinnen und Schüler aus Jahrgang 3 und 4 nach dem PC- Führerschein in Jahrgang 1 und 2 weiter regelmäßig im Umgang mit Medien geschult werden, sondern auch, dass der Umgang mit Medien in unserem Curriculum verankert ist.

 

3.8.1.3 Information für Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen

Zu Beginn des Jahrgangs 3 werden alle Eltern aus dem Jahrgang von einer geeigneten Fachkraft über das Konzept „Internet-ABC“ informiert und über eine kindersichere Einrichtung ihres PCs aufgeklärt. Die Kollegen und Kolleginnen des Jahrgangs 3 werden in einer schulinternen Fortbildung von den Multiplikatoren der Schule ebenfalls geschult und erhalten didaktische Hinweise und Materialien zur Arbeit mit dem Internet-ABC.

 

3.8.1.4 Organisation der Durchführung

Die Schülerinnen und Schüler aus Jahrgang 3 und 4 erhalten auf der „Fachraumbörse“ zu Beginn des Schuljahres das Vorrecht, als erste die Belegungszeiten (1x wöchentlich 45 Minuten) für den PC Raum wählen zu dürfen. Der PC Raum der Schule steht an den Tagen von Montag bis Freitag in den angegebenen Zeiten dementsprechend nur diesen beiden Jahrgängen zur Verfügung. Damit ist sichergestellt, dass jede Klasse einmal pro Woche am PC arbeiten kann. Wenn eine Doppelbesetzung vorhanden ist, kann in dieser Zeit in Halbgruppen sowohl online als auch offline gearbeitet werden. Das bedeutet, dass bestimmte Inhalte auch offline nochmals in Gesprächsrunden vertieft oder aufgegriffen werden.

 

3.8.1.5 Unterrichtsbezogene Anwendung

Das erworbene Wissen soll dann in Unterrichtsprojekten geübt und zielgerichtet angewendet werden.
Ideen und Projekte könnten in den Fachkonferenzen gesammelt und festgelegt werden. Ziel ist pro Jahr mindestens ein Projekt in jedem Fach durchzuführen.
Für das Fach Deutsch könnte dies eine Recherche zu einem Autor, verbunden mit einer ausgearbeiteten Präsentation sein. Für den Sachunterricht bietet sich beispielsweise die Erarbeitung eines Tier- Steckbriefes an.

 

3.8.1.6 Evaluation

Die Dokumentation des Kenntnisstandes und der durchgeführten Projekte erfolgt im PC- Führerschein der Schülerinnen und Schüler und ist damit regelmäßiger Tagesordnungspunkt auf der Feedbackkonferenz.
Die Teams führen eine Klassenübersicht, in die die Leistungen der Schülerinnen und Schüler eingetragen werden. Zum Ende des Halbjahres/Schuljahres werden die Fortschritte der einzelnen Klassen in den bereitgestellten Klassenlisten dokumentiert. Das Ergebnis wird auf der Feedback-Konferenz am Ende des Schuljahres dokumentiert.
Im Zeugnis am Ende der Klassenstufe 4 ist bei allen Schülern zu vermerken:
„Grundkenntnisse zur Bedienung eines Computers wurden vermittelt. Dabei nutzte die Schülerin / der Schüler die neuen Medien vielseitig / gelegentlich / kaum.“
oder:
…erwarb die Schülerin / der Schüler den PC-Führerschein in…
oder:
…erwarb die Schülerin / der Schüler den „Internet-Surfschein“.
Die Themen von Projektarbeiten werden im Zeugnis benannt.